Klare Rollenverteilung gegen Elbflorenz Dresden
Eine der schwersten Aufgaben der noch jungen Saison wartet am Samstag auf den ASV Hamm-Westfalen. Um 18 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Jamal Naji den HC Elbflorenz Dresden in der WESTPRESS arena. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Gegen den ambitionierten Tabellendritten der vergangenen Saison gehen die Westfalen als Außenseiter in die Partie. Eine Rolle, die dem ASV vor eigenem Publikum durchaus liegen kann.

Bestes Beispiel dafür war der bislang einzige Heimsieg der Saison. Auch gegen Erstligaabsteiger GWD Minden war der ASV nicht als Favorit in die Partie gegangen. Mit einer leidenschaftlichen und über weite Strecken konzentrierten Leistung setzte sich die Mannschaft dennoch mit 28:27 durch und holte die ersten beiden Punkte nach dem Wiederaufstieg.
Eine ähnliche Leistung wird am Samstag nötig sein. Denn mit dem HC Elbflorenz kommt eine Mannschaft nach Hamm, die ihre Ambitionen vor der Saison unmissverständlich formuliert hat. Nach der erfolgreichsten Zweitligasaison der Vereinsgeschichte und Platz drei in der Abschlusstabelle wollen die Dresdner in dieser Spielzeit den nächsten Schritt machen und um den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga spielen. Wie berechtigt das Ziel ist, zeigte der HC am Dienstag auch im Pokal, als man gegen Hamburg nur knapp mit 30:31 unterlag.
Entsprechend hoch ist die Qualität im Kader von Trainer André Haber. Mit Spielern wie Sebastian Greß, Timo Löser, den Ex-ASVern Julius Meyer-Siebert, Anton Preußner und Ivar Stavast oder Kreisläufer Oliver Seidler sowie dem 2,12 Meter großen Daniel Bláha verfügt Dresden über reichlich Erfahrung und individuelle Klasse. Im Tor stehen unter anderem Marino Mallwitz und der französische Schlussmann Robin Cantegrel. Dass der HC seinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann, hat er in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt. Beim TuSEM Essen feierten die Sachsen einen beeindruckenden 42:26-Auswärtssieg, zuvor hatten sie TuS N-Lübbecke mit 37:31 bezwungen. Zuletzt musste sich Dresden im Duell mit Erstligaabsteiger SC DHfK Leipzig dagegen in einem torreichen Spiel knapp mit 35:37 geschlagen geben.
Für den ASV geht es deshalb weniger darum, auf die Ausgangslage oder die individuelle Qualität des Gegners zu schauen. Vielmehr gilt es, die eigenen Stärken in die Waagschale zu werfen. Wie gegen Minden werden dafür eine aggressive und aufmerksame Abwehr, viel Einsatzbereitschaft und die Unterstützung von den Rängen gefragt sein. Gelingt es den Westfalen, Dresden über längere Phasen unter Druck zu setzen und selbst mit Überzeugung aufzutreten, wollen sie dem Favoriten das Leben in der WESTPRESS arena so schwer wie möglich machen.
Dass eine klare Rollenverteilung nicht zwangsläufig etwas über den Ausgang einer Partie aussagt, hat der ASV gegen Minden bereits bewiesen. Entsprechend kann die Mannschaft die Außenseiterrolle auch diesmal annehmen – und gemeinsam mit dem eigenen Publikum versuchen, für die nächste Überraschung zu sorgen.
Personell gibt es beim ASV noch einige Fragezeichen. Ob Kapitän Fabian Huesmann sowie Ole Machner und Max Öhler zur Verfügung stehen werden, ist noch offen. Definitiv fehlen werden Benjamin Edwards und Bram van de Vreede.
Anwurf in der WESTPRESS arena ist am Samstag um 18 Uhr.