Nächste schwere Auswärtsaufgabe führt den ASV nach Lübeck
Auf den ASV Hamm-Westfalen wartet am Sonntag die nächste anspruchsvolle Aufgabe in der 2. Handball-Bundesliga. Um 17 Uhr tritt die Mannschaft von Trainer Jamal Naji beim VfL Lübeck-Schwartau an. Die Gastgeber gehören zu den Mannschaften der Stunde und haben sich mit vier Siegen aus den ersten fünf Ligaspielen in der Spitzengruppe festgesetzt.

Der Blick auf die Tabelle zeigt, was die Westfalen am Sonntag erwartet. Mit 8:2 Punkten belegt Lübeck-Schwartau aktuell den vierten Tabellenplatz. Einzig beim Bundesligaabsteiger SC DHfK Leipzig musste sich der VfL knapp mit 32:33 geschlagen geben. Die übrigen vier Ligaspiele gewann die Mannschaft von Trainer David Röhrig.
Schon zum Saisonauftakt setzte Lübeck ein deutliches Ausrufezeichen und gewann beim TuS N-Lübbecke mit 34:23. Beim ersten Heimauftritt folgte ein 42:31 gegen den TSV Bayer Dormagen. Nach der knappen Niederlage in Leipzig gelangen gegen den TV Hüttenberg (31:28) und zuletzt beim starken Mitaufsteiger TV Emsdetten (33:29) die nächsten Erfolge.
Wie gut der VfL derzeit in Form ist, zeigte sich auch im DHB-Pokal. Gegen den Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt bot Lübeck in der ausverkauften „Hansehölle“ einen großen Kampf und musste sich erst nach Verlängerung knapp mit 35:37 geschlagen geben. Dabei war für den Zweitligisten sogar die Überraschung möglich: Wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatte Lübeck beim Stand von 31:31 noch einmal den Ball und damit die Möglichkeit zum Siegtreffer. Erst in der Verlängerung setzte sich der Favorit durch.
Der gute Saisonstart kommt dabei nicht völlig überraschend. Bereits in der vergangenen Spielzeit belegte der VfL Rang sieben und erreichte damit seine beste Platzierung seit 2018/19. Der Verein setzt dabei auf Kontinuität: Trainer David Röhrig steht seit 2022 an der Seitenlinie und hat seinen Vertrag im Sommer vorzeitig bis 2030 verlängert. In den vergangenen Jahren wurde der Kader unter seiner Leitung deutlich verändert und eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft aufgebaut. Zu den auffälligen Spielern gehört Magnus Holpert. Der 24-Jährige hatte bereits in seiner ersten Lübecker Saison in 22 Spielen 102 Tore erzielt und weitere 33 Treffer vorbereitet. Sein ursprünglich bis 2027 laufender Vertrag wurde deshalb bereits im Sommer bis 2029 verlängert. Beim deutlichen Auftaktsieg in Lübbecke war Holpert mit acht Treffern erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft.
Für den ASV bedeutet das eine weitere Partie, in der die Rollen zunächst klar verteilt sind. Nach dem schwierigen Saisonstart haben die Westfalen allerdings bereits beim 28:27-Heimerfolg gegen GWD Minden gezeigt, dass sie auch gegen favorisierte Mannschaften bestehen können. Entscheidend wird in Lübeck sein, über 60 Minuten die nötige Stabilität auf die Platte zu bringen und sich auch von schwierigen Phasen nicht aus dem eigenen Spiel bringen zu lassen.
Gerade in der Hansehalle wartet dabei eine besondere Atmosphäre auf den Aufsteiger. Wie sehr das Publikum dort zum Faktor werden kann, hat das Pokalspiel gegen Flensburg noch einmal eindrucksvoll gezeigt. Am Sonntag findet rund um die Partie gegen den ASV zudem der sogenannte „Rettertag“ des VfL statt.
Für die Mannschaft von Jamal Naji gilt es, von Beginn an dagegenzuhalten und den Gastgeber möglichst lange unter Druck zu setzen. Lübecks bisherige Ergebnisse und der starke Pokalauftritt gegen Flensburg zeigen die Qualität des Gegners – gleichzeitig fährt der ASV nicht in den Norden, um die Punkte kampflos abzugeben.
Personell fehlen weiterhin Benjamin Edwards, der sich nach seiner Knieoperation in der Reha befindet, und Bram van de Vreede, der kurz vor dem Comeback steht. Bei Kapitän Fabian Huesmann, Ole Machner, Max Öhler und Kaspar Böttcher wird auf einen Einsatz gehofft, eine Entscheidung wird allerdings erst kurzfristig fallen. Anwurf zwischen dem VfL Lübeck-Schwartau und dem ASV Hamm-Westfalen ist am Sonntag um 17 Uhr in der Hansehalle.