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jan pretzewofskyAn sein erstes Tor für den ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga kann sich Jan Pretzewofsky noch sehr gut erinnern. „Das war vor drei Jahren gegen Henstedt“, sagt der 20-Jährige. „Das ist schon stärker in Erinnerung geblieben – ein besonderer Moment, weil ich gar nicht damit gerechnet habe, dass ich spiele. Im Spiel habe ich erst nicht gesehen, dass da keiner im Tor war. Dann habe ich gedacht, jetzt darfst du alles machen – nur nicht daneben werfen.“ Tat er nicht. Und, dass bislang erst ein weiterer Treffer auf seinem persönlichen Konto in Liga zwei dazu gekommen ist, liegt daran, dass der Rechtsaußen bisher fast ausschließlich als Spieler der zweiten Mannschaft in der Oberliga aktiv war – von sporadischen Nominierungen, die er meist auf der Bank verbrachte, einmal abgesehen.

Erst in dieser Saison nahm ihn Trainer Kay Rothenpieler fest in den Zweitliga-Kader. Wobei der gebürtige Kamener als „Zwischenspieler“ eingeplant ist, der, wenn möglich, weiterhin im OberligaTeam zum Einsatz kommen soll. „Pretze wird etwa zu 60 Prozent bei uns bleiben“, sagt Rothenpieler, der mit der Entwicklung des Nachwuchsmannes sehr zufrieden ist. „Er trainiert sehr gut. Werte und Athletik sind weit im vorderen Bereich. Und auch mit Marten Franke passt das ganz gut zusammen.“ Viel Zeit, um sich an die hohe Intensität in der Vorbereitung zu gewöhnen, brauchte Pretzewofsky nicht, der nebenher Sportmanagement in Unna studiert. „Ich bin ja schon in den vergangenen Saisons immer viel dabei gewesen“, sagt er. „Daher kannte ich das mit den vielen und intensiveren Trainingseinheiten ja schon und bin relativ gut damit klar gekommen.“ Dass er den Sprung in den Kader geschafft hat, kam für den Linkshänder, der am Dienstag seinen 21. Geburtstag feiert, dennoch überraschend. „Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet, weil ich letztes Jahr deutlich mehr bei der Zweiten war“, sagt er. „Aber es ist schön zu sehen, dass der Verein mir das Vertrauen gegeben hat. Darauf darf man ein bisschen stolz sein.“ Als er 2014 mit der gesamten B-Jugend des TuS Eintracht Overberge zum ASV stieß und dort später ein Jahr lang in der A-Jugend-Bundesliga viel Erfahrung sammelte, hätte er nicht gedacht, dass er fünf Jahre später immer noch im Hammer Osten unter Vertrag stehen würde – und das als einziger noch verbliebener Akteur der Overberger Mannschaft. „Ich habe damals schon vermehrt in der zweiten Mannschaft mittrainiert – am Ende der Saison auch in der Ersten“, sagt Pretzewofsky. „Und der Gedanke, das professionell zu machen, kam nach dem A-Jugend-Bundesligajahr, als Kay Rothenpieler und Co-Trainer „Fichte“ Friedrich auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob ich das auch intensiver machen würde. Sie haben mir gesagt, dass ich ein talentierter Spieler bin, dass sie das Potenzial sehen, in der 2. Liga Fuß zu fassen.“ Dass dieser Schritt mit „viel mehr Arbeit, als drei Mal die Woche trainieren“ verbunden ist, war „Pretze“ von Beginn an klar. „Aber ich habe gesagt, ich probiere es mal, war dann fast täglich in Hamm, habe fast jeden Tag zweimal trainiert – das hat viel Spaß gemacht.“ Und wird auch künftig so bleiben. Denn voraussichtlich wird der 1,85 Meter große Außen in der kommenden Serie der ASV-Spieler mit den meisten Einsätzen sein, nimmt man die Oberliga-Begegnungen dazu. „Aber das finde ich jetzt nicht schlimm, ist eher schön, weil jeder hat mehr Lust zu spielen als zu trainieren.“ Neben Rothenpieler, der ihm die Chance gegeben hat, in die erste Mannschaft hereinzuschnuppern, räumt er auch dem Coach des Oberliga-Teams, Christian Feldmann, einen hohen Stellenwert in seiner sportlichen Entwicklung ein, „bei dem ich persönlich noch einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht habe. Aber auch bei den Trainern davor war keiner dabei, bei dem ich mich nicht weiter entwickelt habe.“ Mit Neuzugang Marten Franke, der vom TV Emsdetten zum ASV gestoßen ist und die klare Nummer eins auf Rechtsaußen sein wird, versteht sich Pretzewofsky sehr gut. „Auf und neben dem Platz“, versichert er. „Er hilft mir, gibt Tipps, wo ich mich noch verbessern kann. Wir sind ja eine Mannschaft, daher ist das eher ein Mit- als ein Gegeneinander.“ Während Pretzewofsky selbst noch Nachholbedarf in seiner Wurfstärke sieht, weiß er seine Stärken in seiner Einsatzbereitschaft. „Und dadurch, dass ich in der Zweiten viel im Rückraum eingesetzt wurde, sehe ich das Spiel ein bisschen anders, habe einen weiteren Blick bekommen. Und Kay ist jemand, der die Außen nicht in der Ecke stehen haben will. Marten, Vyron Papadopoulos und Fabian Huesmann sind ja auch Typen, die den Spielfluss am Laufen halten.“ Auch in der Abwehr hat sich der Linkshänder bereits deutlich verbessert, „und das Gegenstoßspiel würde ich als in Ordnung ansehen“, sagt er. „Aber es ist etwas anders, dass die Torhüter erwarten, dass ich früher zum Gegenstoß starte.“ Insgesamt zieht der ASVer eine positive persönliche Bilanz der Vorbereitung, in der er „viele Spielanteile bekommen“ hat. „Meine eigenen Highlights waren sicherlich die Partien gegen Aalborg, wo ich zehn Minuten sammeln konnte, und das Spiel gegen Nordhorn, dadurch dass ich die zweite Halbzeit durchspielen durfte. Es war gut zu sehen, dass ich auf höherem Niveau gegen Erstligavereine gute Spiele gemacht habe.“ Während er sich sicher ist, dass die Mannschaft eine gute Rolle im Kampf um die Aufstiegsplätze und auch im Pokal gegen Erstligist GWD Minden spielen kann, sind seine eigenen Ziele wesentlich enger gesteckt: „Erstmal viele Anteile sammeln, sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft. Aber ich habe persönlich nie solche Ziele gehabt, wo ich sage, ich möchte so und so viel Einsatzzeit haben oder so viele Tore in der Saison werfen. Ich will einfach meine Aufgaben erfüllen, um am Ende der Saison sagen zu können, ich habe nochmal einen Schritt nach vorne gemacht.“ Und das dritte Zweitligator dürfte auch noch drin sein. Wahrscheinlich sogar noch ein paar mehr.

Oberliga

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