Der 1. Mai ist ja für jeden mit anderen Traditionen verbunden, aber egal, ob man dabei an Nelken oder an Bierkästen denkt, die weibliche D-Jugend des ASV-Hamm dachte an diesem Sonntag an ihren ersten Sieg in der Kreisqualifikation. Der Gegner hieß Hammer SC, in dessen Halle pünktlich um 9 Uhr der Anpfiff ertönte. Schnell wurde deutlich, dass die ASVlerinnen aufgrund des „Altjahrgangs“ körperlich überlegen waren und diesen Vorteil nur durch eigene Fehler nicht in Tore umsetzen können würden. Aber fast ebenso schnell wurde deutlich, dass die Auswahl des HSC diesen Nachteil durch körperliche Härte und eine Spielweise auszugleichen suchte, deren Unsportlichkeit durch drei Siebenmeter und eine gelbe Karte in der ersten Halbzeit auch in der Einschätzung der nachsichtigeren Zuschauer:innen etwas zu selten Konsequenzen nach sich zog. Leider zeigte sich unsere Mannschaft zunächst beeindruckt, machte zu viele Fehler, verwarf zwei der Strafwürfe, ließ sich zu oft den Ball abnehmen und warf durch halbhoch platzierte Abschlüsse die Torhüterin des HSC sprichwörtlich „berühmt“. Eine nicht nur auf der Platte hitzig hin- und herwogende Halbzeit fand ihr Ergebnis in einem 3:4 für den ASV Hamm, aufgrund einer technischen Panne am Zeitnehmertisch allerdings erst nach 20 Minuten und 6 Sekunden.

Die Halbzeitpause nutzte Trainer Wolff für eine korrigierende Ansprache an die Mannschaft, für die Zuschauerränge bot sich die Gelegenheit, die erhitzten Gemüter etwas abzukühlen.

Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit zeigte sich, dass die Botschaft bei unseren Mädchen angekommen war. Sie agierten ballsicher und konsequenter vor dem HSC-Tor, dominierten das Spielgeschehen und hatten die einzige torgfährliche Spielerin des Gegners besser im Griff. Wurf um Wurf konnte sich die ASVSieben absetzen, was das Spielgeschehen auf dem Feld und am Rand deutlich beruhigte und weiter zum Selbstbewusstsein der einzelnen Akteurinnen im ASVDress beitrug. An dieser Stelle sei positiv zu bemerken, dass sich auch die engagierte Jungschiedsrichterin des HSC Hamm als Spielleiterin in dieser Phase immer weniger von den Störversuchen der HSC-Bank verunsichern ließ und ihre Linie fand. Glücklicherweise gibt es immer noch junge Menschen, die den oft schwierigen Weg des Schiedsrichtens einschlagen, daher ist es umso trauriger, wenn der Nachwuchs von den eigenen Vereinskollegen zusätzlich verunsichert wird.

Die letzten 10 Minuten des Spiels sahen die Zuschauer:innen dann eine ASV-Sieben, die auch mit weiteren Foulunterbrechungen und erneuten Siebenmetern gegen die „Heim“Mannschaft ihre Überlegenheit endlich ausspielte, schöne Chancen herausspielte und die auch körperlich nachlassenden Gegnerinnen in der Deckungsarbeit gut im Griff hatte. Mit dem diesmal pünktlichen Abpfiff zeigte die Anzeigetafel ein verdientes 11:16. Und während sich unsere Mädchen den verdienten Applaus des Publikums abholten und den Spielerinnen des HSC fair gratulierten, schrieb sich Trainer Wolff noch schnell „Siebenmetertraining“ auf den Zettel, bevor ebenfalls in den Jubel einstimmte.