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sauerlandcup 2020Hohe Belastung, dünne Personaldecke und viel Spaß und Emotionen – so fasst Christian Broschk, Trainer der B-Ladies des ASV Hamm-Westfalen, das anstrengende Wochenende seiner Mädels zusammen, welches zugleich der Startschuss der Vorbereitung auf die Rückrunde in der Landesliga darstellte. Die Trainingseinheit am Donnerstag wurde gestrichen und dafür eine Turnierzusage beim Neujahrscup der Ruhr Füchse in Schwerte gegeben. „Man kann erahnen, dass der Motor nicht sofort rund läuft, wenn die Mädels 3-4 Wochen Pause hatten. Das sollte nicht direkt im ersten Spiel des Sauerland Cups der Fall sein.“

So der Coach. So machte man einen kleinen Umweg bei der Anreise nach Menden über Schwerte und spielte die ersten 80 min Handball im neuen Jahr. Gegen die Teams der Ruhr Füchse Schwerte, SG Iserlohn-Sümmern, ASC 09 Dortmund und dem bekannten Hinrunden-Gegner aus der Oberliga-Vorrunde, Lüner SV kam es dann leider auch zu 4 Niederlagen. „Des es harkt war klar, aber mit den meisten Auftritten am Freitag war ich absolut nicht zufrieden“ so Broschk. So ging es mit einem 5.Platz weiter nach Menden. Unterkunft beziehen und Abendessen bevor kurz nach Mitternacht endlich Schlafenszeit angesagt war. Am Samstag hieß es bereits um 5:30 Uhr wieder aufstehen, denn um 6:30 Uhr stand Frühstücken auf dem Plan und die Reise zur Realschule Menden, dem Austragungsort der Vorrunde für die B-Ladies. Die Personaldecke war dünn; nur 8 Spielerinnen und 2 Torhüter konnten die Reise nach Menden antreten. Hesse und Kruth fehlten Urlaubsbedingt, Vohwinkel nach der Knieoperation noch nicht wieder einsatzbereit und Jannsen als Ergänzungsspielerin war leider an diesem Wochenende verhindert. Dazu kam das Vivien Hacheneier unter der Woche noch krank im Bett verbrachte und Carolin Herkt sich am Freitag bei den Spielen vertreten und noch Schmerzen im Knie hatte. Beste Voraussetzungen sehen also anders aus. Jedoch zahlte sich der schlechte Start am Freitag direkt im ersten Vorrundenspiel gegen die Sauerland Wölfe aus Menden aus. Das Team war von Anfang an präsent und spielte gut auf. Von 2:0 über 3:1 setzte man sich beim 7:3 schon bis auf vier Tore ab. Doch dann vergaß man den Sack zuzumachen. 3 Fehlwürfe in Folge und kleinere Unachtsamkeiten in der Abwehr die Menden sofort ausnutzte führten dazu, dass die Wölfe bis auf 7:6 verkürzen konnten. Geraderechtzeitig besonn man sich seiner Abwehrstärke und ließ keinen Treffer mehr zu. Das bedeutete den Auftaktsieg. Im zweiten Gruppenspiel traf man auf das Jugend-Nationalteam von Luxemburg. Hier wurde der Start vollkommen verschlafen und man fiel, in der sonst so stabilen Abwehr, sogar anfangs auf einfache „Bauerntricks“ rein. Die Folge war in 0:5 Rückstand. Nach kurzen personellen und taktischen Anpassungen fingen sich die Ladies und konnten das Spiel die letzten die 15 Minuten ausgeglichen halten. Den Rückstand vom Start konnte man leider nicht mehr aufholen und verlor das zweite Spiel mit 8:14.

Im dritten Gruppenspiel stand man sich der Turnerschaft St.Tönis gegenüber. Der aktuell dritte der Regionalliga Nordrhein hatte von Anfang an Feuer, Druck und Zug im Spiel. Die Ladies kamen erneut nicht gut ins Spiel und mussten sich dann auch der bis dahin extrem hohen Belastung geschlagen geben. Man verlor deutlich und verdient mit 2:17. Im letzten Vorrundenspiel traf man auf die bis dahin ungeschlagene Mannschaft des AMTV Hamburg aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. Selbst St. Tönis musste zuvor eine deutliche Niederlage gegen die Nordmädels hinnehmen. Team und Trainer waren sich schnell einig, wir haben großen Charakter in der Mannschaft und den bringen wir bei aller Belastung und allen Blessuren jetzt aufs Parkett. Und genau das gelang den Mädels auch. Sie setzten alles ein was noch in der Pipeline war und verloren zwar ihr Spiel gegen den hohen Favoriten mit 7:17, aber kämpften bis zum Ende und zeigten Phasenweise tolle spielerische Ansätze. Am Ende reichte es mit 2:6 Punkten für Rang vier und damit der Qualifikation für die Zwischenrunde am Sonntag Vormittag.

Sichtlich erschöpft aber zufrieden reiste man ins Grohe Forum nach Hemer um die mA des ASV Hamm-Westfalen in Ihrer Nachmittagsgruppe zu unterstützen. Leider schafften unsere Jungs den Einzug in die nächste Runde nicht. Nach gemeinsamem Abendessen und etwas Ruhe in der Unterkunft durften sich die Mädels dann auf der Players Party verdient selberfeiern, während Coach Broschk die netten Gespräche auf dem Turnier Talk sowie die Interessanten Vorträge genoss. Gegen Mitternacht ging es dann gemeinsam zurück zur Unterkunft. Sonntag hieß es wieder früh aufstehen, packen und aufräumen, frühstücken und abreisen nach Hemer in die Parkhalle. Dort standen unsere beiden Zwischenrunden spiele an. Wir kamen gemeinsam mit dem AMTV Hamburg in eine Gruppe zum Bundesliga-Nachwuchs des Thüringer HC sowie der 2.Liga-Talentschmiede der HSV Solingen-Gräfrath. Man merkte, das Turnier steuerte sportlich auf seine Zielgerade. Im ersten Spiel traf man auf HSV Solingen-Gräfrath. Der ungeschlagene Spitzenreiter der Regionalliga Nordrhein war bärenstark aufgelegt, ließ von Anfang an nicht groß mit sich reden und brachte den Angriff der Westfalenladies mit Ihrer enorm offensiven Auslegung der 3:2:1 Abwehr an den Rande der Verzeiflung. Völlig verdient musste man sich mit 2:18 geschlagen geben und verließ mit hängenden Köpfen das Parkett.

Aber wie bereits erwähnt, wenn diese Mannschaft eines hat, dann ist das Charakter. Spieler und Trainer setzten sich in Ruhe zusammen, tauschten sich aus und steckten sich gemeinsame Ziele für das letzte Turnierspiel. Es kam kein geringerer als der Thüringer HC auf uns zu. Der Bundesliga-Nachwuchs aus Erfurt sammelt bereits mit einigen B-Spielerinnen Erfahrungen in der A-Jugend Bundesliga sowie in der 3.Bundesliga Frauen. In einem war man jedoch mit dem Thüringer HC auf Augenhöhe, die Mannschaftsstärke. Auch die Erfurter Mädels mussten ebenfalls mit einem Kader von 10 Spielerinnen auskommen. Sie schafften es am Ende sogar bis ins Finale und unterlagen dort, ebenfalls sichtlich körperlich angeschlagen, den Niederländerinnen vom HV Quintus. Die Mädels des ASV jedoch zeigten eine tolle Moral, viel Einsatz und eine enorme Laufbereitschaft; und das trotz aller Anstrengungen der letzten Tage. Auch in der letzten Spielminute lief Ylva Rüth noch einen Gegenstoß der Thüringer ab und sicherte einen von vielen Ballgewinnen beim Rückzugsverhalten. Am Ende steht trotzdem eine deutliche aber sportliche tolle 5:25 Niederlage. Man drückte den Mädels aus Thüringen im Halbfinale noch die Daumen gegen die wB des VfL Bad Schwartau ehe es nach dem duschen in die Kreissporthalle nach Menden ging. Gemeinsam verfolgte man die hochkarätigen Finalspiele und machte sich nach Siegerehrung und Abschlussfeier auf den kurzen Heimweg nach Hamm. Wo man nach sehr ruhiger Fahrt am Abend wohlbehalten ankam.

Trainer Broschk resümierte zufrieden: „Das war ein extrem anstrengendes Wochenende mit 230 Minuten reiner Spielzeit für diesen kleinen Kader. Der perfekte Start für die Vorbereitung zur Landesliga. Die Mädels haben das als Team super gemacht und durchgestanden. Ich denke auch der Spaß ist nicht zu kurz gekommen, bei aller Erschöpfung.“

Mit der Landesliga geht es dann am 19.01.2020 in heimischer Halle gegen SV Teutonia Riemke aus Bochum wieder los.

Infos

Trainingszeiten

Di. 18:30-20:00 Uhr - Friedensschule
Do. 18:30-20:00 Uhr - Friedensschule

Ansprechpartner

Christian Broschk