Achter Sieg im achten Spiel des Jahres – der Heimauftritt des ASV Hamm-Westfalen am Sonntagnachmittag hielt allerdings viel mehr Geschichten bereit, als nur das deutliche Ergebnis von 36:25 (13:13) gegen den TSV GWD Minden II.
Zuallererst war dies die überragende Premiere von Rückraum Firnhaber, der 478 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel zum Ende der ersten Halbzeit mit stehenden Ovationen zurück auf dem Handballfeld begrüßt wurde. Dafür bedankte sich der Linkshänder dann gleich mal mit einem Rückraumkracher zum 13:13-Ausgleich – gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand.
Und dieser war absolut leistungsgerecht. Die Gäste machten ihre Sache gut, spielten lange und kontrollierte Angriffe oder drückten nur wenn möglich aufs Tempo. Das war allerdings auf beiden Seiten im ersten Abschnitt noch selten der Fall, weshalb die Torausbeute für Hammer Verhältnisse ungewohnt mager ausfiel. Kein einziges Mal lagen die Gastgeber vor über 1.800 Zuschauern in Führung.
Das sollte sich im zweiten Abschnitt von der ersten Sekunde an ändern. Der ASV nahm den Schwung aus der Endphase der ersten Halbzeit mit Tor Firnhaber und Doppelparade Marcos Colodeti mit, fand nun in der Abwehr die besseren Antworten und bekam immer wieder die Gelegenheit zu kontern. Und das übernahm allen voran Carl Gabrielsson mit hoher Präzision, der auch der in der Abwehr sehr aufmerksam agierte und mehrfach Ballgewinne provozierte. Auch auf der linken Außenbahn kam Ole Machner, der für den fünffachen Torschützen Fabian Huesmann ins Rennen ging, gut ins Spiel.

Eine besondere Premiere
Viele der besonderen Momente der Halbzeit gingen allerdings auf das Konto von Firnhaber, der nahtlos für Andreas Bornmann ins Spiel fand. Nicht nur seine hundertprozentige Wurfquote, sondern auch seine Anspiele auf Außen und an den Kreis belegten deutlich, warum der Rückraumspieler nach Meinung der Verantwortlichen eine wichtige Verstärkung in der Schlussphase der Saison ist. So sprach Lucas Firnhaber nach fünfzehnmonatiger harter Arbeit dann am Ende selbst von einem Abend „wie gemalt“, eine Einschätzung, die die ASV-Fans wohl ausnahmslos teilten.
Während der ASV immer wieder gute Impulse von der Bank bringen konnte und die Intensität sehr hoch hielt, wurde die Fehlerquote bei den Gästen immer höher. Und diese bestraften die Hausherren konsequent, wodurch am Ende auch das Ergebnis deutlich ausfiel – durchaus verdient. Eine weitere Geschichte schrieb Marvin Makus, der für den kurzfristig wegen Fußproblemen ausgefallen Ivan Budalic aus der Reserve hochrückte: Nach seiner Einwechslung in der 50. Minute parierte der Keeper gleich noch vier oder fünf Bälle, unter anderem mit einer Doppelparade riss er die ASV-Fans aus den Sitzen.
Beste Torschützen waren beim ASV ein wieder starker Benedikt Kühn gegen seinen Ex-Club mit sieben Toren und Gabrielsson mit sechs Treffern sowie Nils Marvin Müller und Jan Male Diekmann mit je fünf Toren.
ASV Hamm-Westfalen – TSV GWD Minden II 36:25 (13:13)
ASV: Colodeti, Makus – Huesmann (5, 2/2 7m), Gabrielsson (6), Brosch (1), Böttcher (1), Machner (3, 1/1), Kühn (7), Edwards (3), Mühlhauser, Gautzsch (1), Firnhaber (4), Bornemann, Krawczyk (1), Jacobs (1), Coßmann (3)
TSV: Danzenbächer, Budde – Kister (2), Diekmann (5, 2/2), Welle (2), Müller (5), Franz (3), Wall (3), Hösl (1), Riechmann, Weyer (4), Grimuta, Tesch, Bredemeier, Gerling
Strafen: ASV 4 min, TSV 2 min
Schiedsrichter: Kaplan, Scheld
Zuschauer: 1.819































