Trotz verpasstem Zweitrundeneinzug gab es beim ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend viele positive Erkenntnisse nach der 28:32-Niederlage im DHB-Pokalspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV. Knapp 1.000 Zuschauer erlebten eine bärenstarke 1. Halbzeit des Zweitligarückkehrer, der gegen den favorisierten Gast nach ausgeglichenem Beginn auf 17:12 in der 23. Minute davonzog. Die Anfangsviertelstunde war ausgeglichen verlaufen, im ersten Pflichtspiel des Jahres zeigten beide Teams schon gute Ansätze – nur in der Abwehr offenbarten sie doch noch einige Lücken.
Das sollte sich schneller beim ASV ändern: Mit einem glänzend aufgelegten Marcos Colodeti, der es allein in der ersten Halbzeit auf zwölf Paraden brachte, erspielte sich die Westfalen eine verdiente Pausenführung von 19:16. Neben Colodeti waren es ein wurfgewaltiger Lucas Firnhaber, der vier der ersten fünf ASV-Treffer erzielte, und Neuzugang Vincent Kreiselmaier, die der Partie ihren Stempel aufdrückten. Bei den Gästen zeigten erwartungsgemäß Kapitän Marcel Nowak und im Spielverlauf auch Neuzugang Mihkel Löpp starke Leistungen.
Für die Gäste war nach dem ersten Abschnitt klar: Nur mit einer besseren Defensivleistung würde man am Ende den erhofften Zweitrundeneinzug verwirklichen können. Und genau das gelang der Mannschaft von Trainer Vanja Radic: In den ersten 20 Minuten des zweiten Abschnitts traf der ASV nur viermal. Der DRHV stellte die Räume nun besser zu, bot weder Firnhaber noch dem bis dahin umtriebigen Kreiselmaier Wurfmöglichkeiten wie noch zu Anfang. So glich Außenspieler Tim Gründer in der 37. Minute auf 20:20 aus.
Doch noch hatte der ASV Reserven und legte wieder durch Carl Gabrielsson, Fabian Huesmann und Firnhaber auf 23:20 vor. Die Hoffnung der westfälischen Fans war spürbar, dass eine Überraschung im ersten Pflichtspiel gelingen könnte. Allerdings startete nun der Vorjahreszehnte der 2. HBL eine Serie: Mit sieben Toren in Folge sorgte der DRHV bis zur 50. Minute für die Vorentscheidung. Nicht nur, dass Marcel Nowak entweder selbst traf oder einen besser postierten Mitspieler fand, auch der in der 21. Minute eingewechselte Philip Ambrosius hielt auf dem Niveau seines Gegenübers Colodeti und vereitelte ein ums andere Mal gute ASV-Chancen.
Der ASV versuchte zwar auch in der Schlussphase noch alles, doch am Ende reichten die Kräfte nicht angesichts der vier Ausfälle (Andreas Bornemann, Niklas Mühlhauser, Ivan Budalic und Benjamin Edwards) sowie der beiden noch nicht spielberechtigten Neuzugänge Sigurt Leth-Klinge und Adam Horvath-Garaba. Zudem gab es in der vorletzten Minute noch eine Schrecksekunde nach einem Zusammenprall von Alexander Coßmann mit einem Gegenspieler. Für Coßmann endete der Abend im Krankenhaus, ob es beim tiefen Cut in der Lippe blieb oder sich noch als schlimmere Verletzung herausstellte, war zunächst unklar. „Wir müssen das abwarten, hoffen natürlich das Beste. Auf jeden Fall muss Alex die Nacht im Krankenhaus verbringen“, erklärte Chefcoach Jamal Naji.
Am kommenden Freitag steht dann der Ligaauftakt in der WESTPRESS arena an, Gegner ist ab 19 Uhr der VfL Eintracht Hagen. Beim ASV werden dann voraussichtlich die meisten der fehlenden Akteure einsatzbereit sein und auf jeden Fall die beiden weiteren Neuzugänge ihr Debüt im ASV-Dress feiern.
ASV Hamm-Westfalen – Dessau-Roßlauer HV 28:32 (19:16)
ASV: Colodeti (17 Paraden, 35 %), Makus – Huesmann (3, 1/1 7m), Gabrielsson (4), van de Vreede, Böttcher (2), Machner, Kreiselmaier (4), Voing, Firnhaber (7), Krawczyk (2), Öhler (2), Jacobs (1), Coßmann (3)
DRHV: Ambrosius (7 P,, 39 %), Patzwaldt (1 P., 6 %) – Haake, Grüner (4), Hadzimuhamedovic (2, ½ 7m), Neagu, Nowak (9), Misovych (2), Benitez (2), Schüler, Danneberg (6, 0/1 7m), Löpp (6), Pust (1)
Schiedsrichter: Leon und Nico Bärmann
Zuschauer: 977

























