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Niederlage fällt zu hoch aus

Um einige Tore zu hoch hat der ASV Hamm-Westfalen am Donnerstagabend gegen die HSG Wetzlar mit 23:29 (10:12) verloren. Mehr als 2.000 Zuschauer erlebten erneut einen Aufsteiger, der alles investierte, sich auch nach Fünf-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzweit wieder auf 21:23 herankämpfte, am Ende aber doch die individuelle Qualität der Gäste anerkennen musste, bei denen Rückraum Vladan Lipovina mit sieben Toren der Matchwinner war.

Die Gastgeber legten einen richtig guten Start hin. In der Abwehr ließen sie den starken Rückraum der HSG nicht so recht zur Entfaltung kommen, vor allem Marian Orlowski überzeugte gegen HSG-Toptorschütze Lenny Rubin. Im Angriff war es Jan von Boenigk, der mehrfach Lücken fand. In der 15. únd 16. Minute brachten dann Fabian Huesmann und Stefan Bauer den ASV per Doppelschlag erstmalig mit zwei Toren zum 8:6 in Führung.

Gästetrainer Benjamin Matschke nahm die erste Auszeit für die Gäste. Die Hereinnahme von Hendrik Wagner zeigte Wirkung. Orlowski erhöhte zwar in der 19. Minute noch einmal auf 9:7, doch danach erlebten die ASV-Fans zehn torlose Minuten ihres Teams. Die 5:1-Abwehr der HSG schmeckte den Westfalen überhaupt nicht. Wetzlar traf fünfmal und übernahm seinerseits erstmalig mit drei Treffern die Führung. Immerhin beendete Huesmann gute eine Minute vor der Pause die Torflaute zum 10:12. Vor allem dank einiger Paraden von Vladimir Bozic fiel die Gästeführung noch überschaubar aus.

Doch das sollte sich im Verlaufe des zweiten Abschnittes ändern. Zunächst blieb es ausgeglichen. Der eingewechselte Alexander Schulze verwandelte zweimal sehenswert von der Außenposition. In der 37. Minute gelang Savvas Savvas sogar das 15:16. Doch die Gäste konterten mit drei Toren in Folge. Wieder musste der ASV einem Vier-Tore-Rückstand hinterherlaufen – und das trotz zwischenzeitlicher Überzahl.

Aber die Westfalen ließen sich nicht abschütteln. Mait Patrail sorgte in der 54. Minuten mit seinem Wurf in den Winkel zum 21:23 noch einmal für Hoffnung bei den ASV-Fans. Doch zweieinhalb Minuten später sollte sich diese in Luft auflösen: Der starke Vladan Lipovina traf in der 56. Minute zum 25:21, die Handvoll mitgereister Gästefans skandierten „Auswärtssieg“. Zwar versuchten die Gastgeber am Ende noch alles, dadurch fiel der Sieg allerdings nur noch etwas höher aus.

Stimmen zum Spiel

HSG-Trainer Benjamin Matschke: „Wir sind froh. Wir haben uns auf plus eins eingestellt. Es sah ja lange auch so aus, dass es auf dieses Spiel hinausläuft. Hamm steigert sich von Woche zu Woche im System, in der Arbeit, im Deckungsverband, in der Zusammenarbeit. Ich weiß aus Erfahrung, dass es Zeit braucht, um sich an alles zu gewöhnen. Man sieht die Handschrift von Micha, der das auf den Punkt macht. Ich glaube, in der Crunchtime hatten wir das notwendige Glück. Dass Hamm dann im Tempospiel alles riskiert und einige Bälle verliert, dadurch kommen die plus sechs zustande.“

ASV-Trainer Michael Lerscht: „Glückwunsch nach Wetzlar zum Sieg. Das tut weh gerade. Ich denke auch, dass die minus sechs von der Anzeigetafel nicht das Spiel wiedergeben, wie es war. Unsere Jungs haben heute extrem viel auf dem Platz gelassen, viel Leidenschaft, viel Emotion. Wir wussten, dass Wetzlar das genauso tun würde. Wir wollten Nadelstiche setzen durch aggressive Verteidigung. Das ist uns in vielen Phasen gelungen. Die eigene Überzahl in der ersten Halbzeit tut sehr weh, die wir mit 0:2 verlieren, statt Unentschieden oder minus eins ist es dann minus vier Wetzlar. Aber das müssen wir schlucken. Am Ende ist es auch so ein Spieler wie Lipovina, der herausragt und dessen individuelle Klasse man einfach anerkennen muss. Wir müssen jetzt den Fokus auf die nächste Aufgabe richten, Göppingen in gut einer Woche.“

ASV Hamm-Westfalen – HSG Wetzlar 23:29 (10:12)

ASV: Bozic (6 Paraden), Hertlein (2 P.) – Huesmann (3, 0/1 7m), Fuchs, Patrail, Schulze (4), Kooij, Pretzewofsky, Bornemann, Orlowski (3), Meschke, Dayan, Savvas (3, 2/2), Boenigk (4), Wieiling (4), Bauer (1)

HSG. Klimpke (1 P.), Suljakovic (6 P.) – Nyfjäll, Lipovina (7), Schmidt (2), Becher, Weissgerber (5, 3/3), Schelker (3), Fredriksen (3), Wagner (1), Okpara, Mellegard (5), Cepic, Rubin (3)

Schiedsrichter: Philipp Dinges, Tobias Schmack

Zuschauer: 2.073

Marian Orlowski verteidigte stark und erzielte drei Tore. - Foto: Wegener
Matchwinner für die HSG: Vladan Lipovina erzielte sieben Tore. - Foto: Kaufmann

Duell der Tabellennachbarn am Donnerstag

Ein ähnlich schweres Auftaktprogramm haben der ASV Hamm-Westfalen und die HSG Wetzlar hinter sich, am Donnerstag treten die Tabellennachbarn nun zum direkten Duell um 19:05 Uhr in der WESTPRESS arena gegeneinander an.

Auch wenn die HSG dabei nicht wie die ersten fünf Gegner des Aufsteigers zu den Top 6 der Liqui Moly Handball-Bundesliga zählt, die Favoritenrolle nimmt auch in diesem Spiel der Gegner des ASV ein, immerhin Tabellensiebter der Vorsaison. „Egal gegen wen es geht, wir müssen die Fehlerzahl im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Spielen deutlich verringern. Wenn uns das gelingt, können wir unsere Gegner mit unserem Publikum im Rücken auch richtig stressen“, ist Trainer Michael Lerscht die Vorfreude auf das Duell mit dem aktuellen 15. der Tabelle deutlich anzumerken. „Wir alle sind heiß auf das Spiel in unserem Wohnzimmer“, so der Coach des Aufsteigers, fügt aber gleich an: „Die Platzierung sagt wenig aus. Das ist wie immer eine Momentaufnahme.“ Wie die Westfalen hatte es Wetzlar bisher mit vielen Topteams zu tun, wie Berlin, Magdeburg und auch den stark gestarteten Mannschaften aus Erlangen und Gummersbach. Erst am Wochenende gelang der HSG im Heimspiel gegen Frisch Auf! Göppingen der erste Punktgewinn – übrigens der nächste Heimspielgegner des ASV am 8. Oktober. Lerscht: „Genau darum geht es für uns auch: zuzugreifen, wenn etwas möglich ist.“

Auch wenn bisher noch nichts Zählbares für die Westfalen herausgesprungen ist, mit ihren couragierten Auftritten und dem Willen, bis zum Schluss dagegenzuhalten, hat der ASV der Konkurrenz als Neuling schon einigen Respekt abgenötigt. „Wir wussten, wie schwierig dieser Saisonstart werden wird. Es geht darum, in der Liga anzukommen und uns zu entwickeln. Genau da ist die Mannschaft auf einem guten Weg“, betonte auch Geschäftsführer Thomas Lammers vor dem dritten Heimspiel der Saison. Eine Einschätzung, die übrigens jüngst auch SKY-Experte Stefan Kretzschmar teilte. Der befand, dass Aufsteiger zwar normalerweise zu Saisonbeginn eher unbequem seien, er beim ASV aber genau eine Entwicklung im weiteren Saisonverlauf sehe.

Der Vorverkauf für die Partie sei „gut gelaufen“, betonte Lammers. Die 2.000er-Marke werde man auf jeden Fall überbieten. Und der Aufruf an die Fans für die nächsten beiden Heimspiele gegen Wetzlar und Frisch Auf! Göppingen ist klar: „Kommt alle in Rot“ – so die Bitte der Verantwortlichen. Für Kurzentschlossene gibt es an der Abendkasse Karten, die um 17:30 Uhr die Pforten öffnet. Und das passende rote Kleidungsstück gibt es dann auch noch am Fanstand.

Harte Arbeit erwarten Jan von Boenigk (l.) und Co am Donnerstagabend im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar. - Foto: Wegener

Starke Berliner beweisen Qualitäten

Ihre Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigt haben die Füchse Berlin am Donnerstagabend im Heimspiel gegen den Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen. Zwar steckten die Gäste erneut bis zum Ende nicht auf und zeigten durchaus ansprechende Phasen, am Ende mussten die Westfalen aber nach einem verdienten 26:37 (13:19) die Überlegenheit der starken Berliner anerkennen.

Trotz der Niederlage gab es wiederum Positives aus dem Lager der Westfalen zu vermelden: In seinen knapp 43 Minuten brachte es Torwart Vladimir Bozic auf knapp 34 Prozent gehaltene Bälle. Kapitän Fabian Huesmann erwies sich erneut als sehr konstanter Torschütze, er blieb bei seinen fünf Versuchen ohne Fehlwurf und war mit fünf Toren erfolgreichster Westfale. Darüber hinaus startete der ASV wieder richtig gut in die Partie.

Nach knapp fünf Minuten lagen die Gäste mit 4:2 in Führung, bekamen dann aber in der Deckung kaum Zugriff auf die Offensive der Berliner. Im Angriff bekamen die Gäste beim Stand von 4:5 einen klaren Siebenmeter nach Abwehr durch den Raum nicht, im nächsten Angriff bekamen die Gastgeber den Ball nach einer regelwidrigen Sperre von Benjamin Meschke am Kreis. Beide Szenen nutzten die Hausherren, um den ASV sofort mit Gegentoren zu bestrafen.

In der Folge stellten die Füchse den ASV in dessen Angriff vor immer größere Probleme. Von der fünften bis zur 17. Minute verriegelten die Berliner ihr Gehäuse so komplett, durch sechs Treffer in Serie übernahmen sie nun die Kontrolle über die Partie. Savvas Savvas beendete die Torflaute aus Sicht des ASV und traf zum 5:10 aus Sicht des Aufsteigers, doch der Favorit hatten für klare Verhältnisse gesorgt.

Aber die Gäste blieben dran. Bozic wurde immer stärker im Tor. Als Savvas in der 20. Minute zum 8:12 verkürzte, hatte nun Füchse-Coach Jaron Siewert genug gesehen. „Fehler abstellen und Hamm nicht ins Spiel kommen lassen“, so lautete seine energische Vorgabe. Aber zunächst sahen die 6.421 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle die sechste Parade von Bozic. Aber statt auf drei zu verkürzen, musste der gerade eingewechselte Yonatan Dayan den Ball nach technischem Fehler wieder hergeben. Die Füchse nutzen das zum 13:8, wenig später beträgt der Abstand wieder sechs Treffer (15:9). Mit diesem Abstand geht es dann auch in die Pause.

Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel der Gäste, denen am Ende 18 Technische Fehler zugeschrieben wurden, zu fehlerbehaftet. So änderte sich wenig am Spielverlauf, der ASV mühte sich, dem haushohen Favoriten Aufgaben zu stellen. Dies gelang allerdings immer nur phasenweise. Die Füchse dagegen bestraften jeden Fehler in höchster Konsequenz. Einzig im Torhüterduell behielt der ASV am Ende mit 15 Paraden gegenüber 14 von Dejan Milosavljev knapp die Nase vorn.

„Genau das ist die Erkenntnis aus diesem Spiel. Wir machen vor allem in der ersten Halbzeit zu viele Fehler. Die müssen wir abstellen. Wir laden Berlin so zu zehn Tempogegenstößen ein“, analysierte ASV-Trainer Michael Lerscht nach der Partie, fand aber auch positive Aspekte im Spiel: „Berlin ist nicht unsere Kragenweite heute gewesen. Aber trotz der hohen Fehlerzahl machen wir 26 Tore, weil wir ein Stück weit das Tempo mitgegangen sind. Wir haben gute Momente in dem Spiel. Ist ja nicht so, dass wir gar kein Handball mitspielen.“

Zufrieden Fazit zog Berlins Kreisläufer Max Darj: „Ich finde wir haben ein solides Spiel gemacht, von Anfang an.“ In der ersten Halbzeit habe man sich „zu viele technische Fehler geleistet und freie Würfe ausgelassen“ und deswegen zur Pause nicht so klar geführt, so der zweifache Torschütze weiter.

Füchse Berlin – ASV Hamm-Westfalen 37:26 (19:13)

Füchse: Milosavljev (14 Paraden), Kireev – Wiede (4), Darj (2), Holm (4), Andersson (6), Lichtlein (2), Lindberg (6, 6/7 7m), Gidsel (2), Freihöfer (1), Langhoff, Chrintz (1), Kopljar, Vujovic (5), Marsenic (1), Drux (3)

ASV: Hertlein (2 P.), Bozic (13 P.) – Huesmann (5, 2/2 7m), Fuchs, Patrail, Schulze (3), Pretzewofsky, Bornemann (2), Orlowski (1), Meschke (1), Dayan (3), Savvas (3), von Boenigk (2), Wieling (3), Bauer (3)

Schiedsrichter: Julian Koppl, Dennis Regner

Zuschauer: 6.421

Vladi Bozic war wieder in guter Form: Ingesamt währte der ASV-Torwart 13 Würfe ab, darunter einen Siebenmeter von Hans Lindberg. - Foto: Füchse
Kreisläufer Stefan Bauer erzielte drei Tore.
Rückraum Marian Orlowski startete in Berlin auf der Spielmacherposition.

Kömmerling wird ASV-Partner

Der ASV Hamm-Westfalen freut sich in der Saison 2022/2023 auf einen starken Sponsor-Partner. Der führende Hersteller von Kunststofffenster-Profilen Kömmerling wird neben den langjährigen Partner, dem Fensterbauunternehmen Schroeder & Sohn, als weiterer Sponsor des ASV einsteigen. Die traditionsreiche und große Fenstermarke Kömmerling ist bereits seit Jahren Hauptsponsor des Fußballbundesligisten 1. FSV Mainz 05 und engagiert sich nun auch im Handball.

„Das gemeinsame Sponsoring von Schroeder & Sohn und Kömmerling ist ein tolles Beispiel dafür, wie es mit unseren regionalen Partnern zusammen gelingen kann, das Netzwerk rund um den ASV immer weiter zu stärken“, erklärt Thomas Lammers bei der Vertragsunterzeichnung mit dem Premium-Sponsor.

Der in Hamm ansässige Fensterbaufachbetrieb Schroeder und Sohn wird bereits in dritter Generation von der Familie geführt und stellt aus den Kömmerling Kunststoff-Profilen individuelle, hochwertige Fenster her.

Das 1897 von Karl Kömmerling gegründete Unternehmen liefert seine Fenster- und Türprofile in rund 50 Länder und zählt dabei zu den Weltmarktführern. Wie für den ASV ist auch für Kömmerling das Thema Nachhaltigkeit von großer Bedeutung. „Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren klimaneutral zu produzieren. Schon heute tragen unsere Fensterprofile mit ihrer hohen Wärmedämmung maßgeblich dazu bei, dass die Heizenergie auf ein Minimum reduziert werden kann und sich so die Klimaziele verwirklichen lassen. Darüber hinaus sind unsere Profile zu 100 Prozent recycelbar und werden in einen Wertstoff-Kreislauf immer wieder für neue Fenster eingesetzt“, sagt Frank Eigenrauch, Verkaufsleiter bei Kömmerling.

Vereinbarten die erweiterte Partnerschaft: (von links) Mike Kutscha von Schroeder & Sohn, Frank Eigenrauch von Kömmerling und ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. - Foto: Kottmann/ASV

Beim nächsten Topteam zu Gast

Vier Spiele hat der Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen im Handball-Oberhaus absolviert, drei davon gegen Top 4-Teams, das vierte gegen den aktuellen Tabellensiebten VfL Gummersbach. Und auch im fünften Spiel hängen die sportlichen Trauben in Form von Punkten hoch für die Westfalen: Am Donnerstag geht es Tabellenfünften nach Berlin, der bisher nur einen Punkt beim Gipfeltreffen in Flensburg gelassen hat.

„Im Grunde interessiert uns das alles gar nicht so. Wir fahren nach Berlin, um bestmöglich Handball zu spielen. Wofür das dann reicht, sehen wir“, sieht ASV-Trainer Michael Lerscht gute Fortschritte in der Entwicklung seines Teams. „Natürlich gehören zu so einem Prozess auch Rückschritte. Das ist in jeder Entwicklung so und daraus muss man lernen. So wie die zu große Zahl individueller Fehler, die wir uns gegen Erlangen geleistet haben. Das wird auf diesem Niveau gnadenlos bestraft – von jedem Gegner in der 1. Liga.“

Somit ist klar, worauf es bei den Füchsen Berlin am Donnerstag (Anwurf 19:05 Uhr) ankommen wird: Fehlerzahl minimieren, mutig Handball spielen und von der ersten bis zur letzten Sekunde dagegenhalten. „Das hat uns in den ersten Partien ausgezeichnet und das wird wieder wichtig sein: Einsatzwille und Moral.“

In Berlin trifft der ASV wieder auf eines der Spitzenteams der Liga, spätestens nach der guten Leistung in Flensburg für viele ein Team, das in diesem Jahr für den Meistertitel in Frage kommt. Überragender Akteur beim 31:31 in der Flensburger „Hölle Nord“ war Mathias Gidsel mit elf Toren, in Halbzeit zwei lag Berlin sogar mit vier Treffern in Führung. „Auf der einen Seite können wir stolz auf den Punktgewinn in Flensburg vor einer starken Kulisse sein. Ich denke wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es kam viel Druck auch von den Rängen. Aber auf der anderen Seite können wir ein wenig enttäuscht sein, denn wir haben das Spiel in unserer Hand, sind mit vier Toren in der zweiten Hälfte vorne“, meinte Gidsel anschließend. Aber nicht nur ein Punkt ging verloren, möglicherweise fehlt den Füchsen in den nächsten Partien auch Torwart Dejan Milosavljev in den nächsten Partien. Der starke Keeper rutschte im Spielverlauf unglücklich weg und musste anschließend verletzt von außen zusehen.
Beginn der Partie in der Max-Schmeling-Halle ist am Donnerstag um 19:05 Uhr, übertragen wird wie gewohnt live vom Fernsehsender SKY und vom Lokalradio Lippewelle Hamm.

Geschlossen auftreten müssen die Westfalen auch am Donnerstag, wenn es zum nächsten Topteam der Liga geht, zu den Füchsen Berlin. - Foto: Kaufmann

Erlangen bestraft hohe Fehlerquote

So richtig souverän war er nicht, der 32:29-Gästesieg des HC Erlangen am Samstagabend beim Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen. Verdient war der vierte Sieg im vierten Spiel für die Mannschaft von Trainer Raul Alonso gleichwohl, die die zu zahlreichen Fehler der Westfalen konsequent bestraften.

Wie in den ersten drei Partien stemmten sich die Westfalen mit allem gegen die drohende Niederlage, wussten mit mutigem Handball die 2.086 Zuschauer in der WESTPRES arena und auch Gästetrainer Alonso zu überzeugen: „Das war eine tolle Atmosphäre hier, das war unglaublich viel Druck in der Arena. Hier werden es viele Mannschaften schwer haben“, so Alonso, der dem ASV ein „ideenreiches“ Spiel bescheinigte. In den entscheidenden Momenten leistete sich der Aufsteiger aber zu viele Fehler, um den HC richtig in Bedrängnis zu bringen. Möglichkeiten dazu gab es gegen den Tabellenfünften, der den besseren Start erwischte und bis zur 5. Minute gleich mit 4:0 vorlegte, tatsächlich reichlich.

Denn auch wenn die Gastgeber von Beginn an einem Rückstand hinterherliefen, sie kämpften sich nach und nach in die Partie. Während es offensiv dank Savvas Savvas und Stefan Bauer im ersten Abschnitt immer besser lief, ließen sich beim HC vor allem Rückraum Simon Jeppsson und Kreisläufer Tim Zeckel von der ASV-Deckung nicht stoppen. Zwar brachte Kapitän Fabian Huesmann die Hausherren in der 16. Minute auf 6:8 heran, in der Folge bestrafte Erlangen aber jeden Fehler konsequent und zog wieder auf 7:13 (20.) davon. Bis zur Pause änderte sich wenig, die Gäste lagen mit fünf Treffern vorn (15:20).

In die zweite Halbzeit erwischte der ASV den perfekten Start. Marian Orlowski und Tim Wieling verkürzten innerhalb von 62 Sekunden auf 17:20. In der nächsten Szene kassierte Markus Fuchs eine Zwei-Minuten-Strafe, der HC nutzte dies für drei Treffer in Folge. Ähnliches wiederholte sich: Die Westfalen arbeiteten sich auf drei oder vier Treffer heran, leistete sich dann aber wieder Ballverluste und Erlangen zog wieder davon, wie beim 25:28 (50.) oder beim 27:30 (53.). So gingen die Gäste am Ende mit einem 32:29 als Sieger vom Feld.

„Wir leisten uns zu viele Ballverluste: 17 technische Fehler und 6 freie Torgelegenheiten. Der Druck der Halle war da, wir wollten noch mehr Stress erzeugen. Aber dafür waren es zu viele Fehler, um hier für Punkte in Frage zu kommen“, erklärte ASV-Coach Michael Lerscht. „Wir müssen das einfach abstellen. Das war unbefriedigend heute, weil mehr drin war.“ Entsprechend zufrieden zeigte sich der Gästetrainer, der mit seinem HC zunächst an die Tabellenspitze der LIQUI MOLY-HBL vorrückte, mit dem Spiel: „Wir haben gut begonnen, habe sehr genau das Tempospiel umgesetzt. Gegen das Sieben gegen Sechs fehlten uns die Lösungen, erst mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr haben wir ein paar Bälle gewonnen, die uns in der entscheidenden Phase dann wieder eine höhere Führung ermöglicht haben.“

ASV Hamm-Westfalen – HC Erlangen 29:32 (15:20)

ASV: Hertlein (1 Parade), Bozic (7) – Huesmann (4), Fuchs, Patrail (1), Schulze (1), Pretzewofsky, Bornemann, Orlowski (4), Meschke, Dayan, Savvas (6), von Boenigk (5), Wieling (6), Bauer (2)

HCE: Obling (3 P.), Ferlin (8) – Heiny, Sellin, Bialowas (1), Zehnder (3, Firnhaber (2), Büdel (5), Bissel (5), Metzner, Link, Jeppsson (5), Steiner (1), Kurch, Olsson (2), Zechel (8)

Schiedsrichter: Christian Hanners, David Hannes

Zuschauer: 2.086

Kämpfen bis zum Umfallen: Der Einsatzwille der ASV-Akteure - hier Savvas Savvas - stimmte auch gegen den HC Erlangen wieder. - Foto: Wegener/ASV

Handballer werden Bienenhelden

Ab sofort sind die Handballer des ASV Hamm-Westfalen zertifizierter „Bienenheld“. Wie für den Dauerkartenverkauf zur Saison 2022/23 angekündigt, werden zum Frühjahr pro Karte nun ein Quadratmeter, insgesamt also 1.250 Quadratmeter Blühwiese angelegt. Dies vereinbarte der Handball-Erstligist mit dem Zuchthof Sterthoff, der sich seit 2020 in Hamm-Rhynern für das Thema stark macht.

Rund 22.000 Quadratmeter der eigenen Ackerfläche wurden von der Familie Sterthoff seither in prächtige Blühflächen umgewandelt. „Wir legen Blühfelder an, um den Lebensraum der Bienen zu sichern und zu erweitern“, verdeutlicht Senior Heinrich Sterthoff, der sich zusammen mit den Söhnen Philipp und Frederik dem Thema Artenvielfalt besonders verschrieben hat. Man sehe es als Zukunftsaufgabe an, den Bienen ihren Lebensraum zu sichern, betonen sie. „Große Ackerflächen werden dazu genutzt, die Artenvielfalt in verschiedenen Regionen mit Blühpflanzen vom Frühjahr bis in den Winter mit einer wundervollen Blühlandschaft auszufüllen. Das kommt unseren Bienen als auch allen anderen Insekten zugute“, so Heinrich Sterthoff weiter, der sich über das Engagement des ASV als „Pate“ freut.

„Ein tolle Sache“, sind die „Bienenhelden“ überzeugt davon, dass das Projekt durch den ASV noch bekannter wird. Patenschaften sind möglich in Größenordnung von 100 bis 5000 Quadratmeter Blühwiese, jeweils jährlich angelegt. „Wer Blumen sät, wird Vielfalt erneten“, lautet das Motto der Familie Sterthoff. „Ein herausragendes Engagement, das wir sehr gerne unterstützen. Mit dem Projekt sieht man, dass man das Thema Nachhaltigkeit auch ganz konkret und vor Ort angehen kann. Wir freuen uns jetzt auf das Frühjahr, wenn sichtbar wird, woran sich all unsere Dauerkartenerwerber beteiligen“, zeigte sich ASV-Geschäftsführer beim Besuch des Zuchthofs beeindruckt vom Einsatz der Familie Sterthoff. „Wir sehen das als Start in eine neue Partnerschaft und freuen uns auf weitere Projekte“, betonte Lammers.

Weiter Informationen: www.bienen-held.de

Aus den Händen von Philipp Sterthoff nahm jetzt ASV-Geschäftsfüher Thomas Lammes das "Bienenheld"-Zertifikat entgegeben. Beim Besuch des Zuchthofs Sterthoff, links im Bild Senior Heinrich Sterthoff, zusammen mit Simon Kottmann, Leiter Kommunikation, ließen sich die ASVler von den Hintergründen zur "Bienenheld"-Aktion berichten. - Foto: privat

Samstag kommt Erlangen

Mit drei Siegen ist der HC Erlangen perfekt in die Saison 2022/23 gestartet. Nun tritt der Tabellenfünfte der LIQUI MOLY-HBL am Samstagabend zum 18:30 Uhr als Favorit beim Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen in der WESTPRESS arena an.

Zuletzt gelang dem HC ein 34:28-Heimsieg gegen den hochkarätig besetzten Europapokalteilnehmer Göppingen, dank einer starken Mannschaftsleistung, wie HC-Trainer Raul Alonso herausstellte. „Jeder steht für jeden ein und alle kämpfen bis zum Umfallen“, so der 43-jährige Spanier nach der Partie. Die Handballfans dürfen sich also am Samstag auf ein intensives Aufeinandertreffen freuen, da auch der ASV über mannschaftliche Geschlossenheit erfolgreich Handball spielt. „Wir haben in Gummersbach gesehen, was wir leisten können. Daran wollen wir am Samstag direkt anknüpfen“, verspricht ASV-Trainer Michael Lerscht wieder einen großen Kampf um die zwei Punkte gegen den HC, der seit 2014 in der ersten Liga spielt.

Wichtig wird es für die Westfalen sein, die eigene Leistung konstant abzuliefern, will man für Punkte in Frage kommen. Von den bisher zehn Partien entschied der ASV zwei für sich, einmal trennten sich die Teams unentschieden. „Eine der Aufgaben ist es, dieselbe Intensität wie in Halbzeit zwei in Gummersbach über einen möglichst langen Zeitraum zu liefern“, so Lerscht weiter. Personell scheint es für die Aufgabe am Samstag keinerlei Veränderungen zu geben, bis auf Björn Zintel sind alle Akteure fit.

Der Gegner kann auf einen weitgehend eingespielten Kader zurückgreifen, drei Neuzugänge auf dem Feld gab es mit Lutz Heiny, Manuel Zehnder und Justin Kurch, im Tor kam Bertram Obling für den Ex-ASVer Martin Zimmer, der zu den Kadetten Schaffhausen wechselte. Als Schlüsselspieler beim Vorjahreszwölften werden Hampus Olsson, Simon Jeppsson und Nico Büdel gehandelt, das Trio erzielte bisher 45 der 94 HC-Tore. Rechtsaußen Olsson blieb bei bisher sieben Würfen von der Außenposition ohne Fehlwurf.

Aber auch beim ASV gibt es Erfreuliches aus der Statistikabteilung zu vermelden: Torwart Vladimir Bozic, der am dritten Spieltag zusammen mit Fabian Huesmann in die „Mannschaft der Woche“ gewählt wurde, hat sich mit seinen Spitzenleistungen bei der Quote abgewehrter Bälle auf den dritten Rang der Liga vorgearbeitet.

Karten für die Partie gibt es noch an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Online-Ticketshop und auch an der Abendkasse, die am Samstag um 17 Uhr öffnet. „Wir bitten die Zuschauerinnen und Zuschauer, am Samstag rechtzeitig zur Arena zu kommen, um Wartezeiten beim Einlass zu vermeiden“, betonte ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. Beim ausverkauften Heimauftakt gegen die Rhein Neckar Löwen hatte sich eine Schlange gebildet. „Wir haben aber auch reagiert, und beschleunigen den Einlass am Samstag durch eine angepasste Einlasskontrolle“, so der Geschäftsführer weiter.

Neuzugang Stefan Bauer steigerte sich im zweiten Abschnitt in Gummersbach und erzielte drei Tore. - Foto: Wegener/ASV

Besondere Ehre für den ASV

Eine ganz besondere Ehre wurde am späten Montagvormittag den Handballern des ASV Hamm-Westfalen zuteil. Oberbürgermeister Marc Herter empfing Mannschaft und Stab des frischgebackenen Erstligisten zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hamm. Der ursprünglich für Mitte Juni direkt nach dem Aufstieg vorgesehene Empfang musste damals aufgrund tagesaktueller Geschehnisse abgesagt werden, nun wurde er nachgeholt.

„Ich sage es wie am Abend des Aufstiegs: Heute trägt die ganze Stadt Rot – zumindest im Herzen“, so gratulierte der Oberbürgermeister den Spielern und Verantwortlichen noch einmal zur besonderen Leistung, dem Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse des Handballs. Man sei stolz, dass der ASV hier nun die Stadt Hamm repräsentiere, so Herter weiter, der am Abend zuvor selbst das Duell der Aufsteiger in Gummersbach erlebte, in dem die Westfalen denkbar knapp unterlagen. „Das war eine mega Leistung, sich in dieses Spiel wieder reinzukämpfen“, betonte der OB, der auch klarstellte, dass der Eintrag in das Goldene Buch eine hohe Anerkennung für das Geleistete in der abgelaufenen Spielzeit darstelle.

Für die gerade begonnene Saison in der ersten Liga wünschte Herter der Mannschaft des ASV und den Verantwortlichen, die „dieses mit ihrer Arbeit erst möglich machen“, viel Erfolg. „Es sind ja gerade erst drei Spieltage gespielt“, so Marc Herter, der versprach, in dieser Saison noch häufiger bei den Spielen dabei zu sein. „Aber vielleicht eher in der eigenen Halle, das hat ja gestern nicht so viel Glück gebracht.“

Dankbar angesichts der Anerkennung zeigte sich ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers im Namen des ganzen ASV: „Im ersten Moment schmeckt das nach der gestrigen knappen Niederlage noch nicht so ganz. Aber das ist ja eine besondere Angelegenheit, die sich die Mannschaft durch die letzte Saison verdient hat. Wir wissen, dass wir auch ein Botschafter für die Stadt Hamm sind und wollen dieser Rolle auch in dieser Saison gerecht werden. Auch in der zweiten Liga vertritt man seine Farben bundesweit – das mediale Echo und das Interesse am Oberhaus ist aber eben doch etwas ganz anderes. Ein Dank gilt an dieser Stelle allen, für die wir in diesem Moment in gewissem Sinne mitunterzeichnet haben: jedem einzelnen Fan, jedem Sponsor und natürlich auch der Stadt Hamm, die uns unterstützt“.

Eines ließ sich der Ex-Profi dann nicht nehmen: Nach Abschluss der Unterzeichnung stöberte Lammers gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Vorgänger Franz Dressel noch in den Unterschriften aus dem Jahr 2010, als der ASV sich nach seinem ersten Erstligaaufstieg mit seinem damaligen Team eintragen durfte. Co-Trainer Christof Reichenberger konnte dazu auch noch beitragen: Zwar war er 2010 nicht dabei, durfte aber 1989 nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der B-Jugend bereits einmal im Goldenen Buch der Stadt Hamm unterschreiben. „Das war noch unter Oberbürgermeisterin Sabine Zech“, erinnerte sich Reichenberger an das Jahr, in dem aus dem aktuellen Kader überhaupt erst zwei Spieler geboren waren. Fest steht: Der ASV hat durchaus schon einiges zur Stadtgeschichte beigetragen.

Das Gruppenfoto zeigt Oberbürger Marc Herter (rechts neben dem sitzenden Kapitän Fabian Huesmann) sowie die aktuelle Mannschaft des ASV samt Stab. – Foto: Hübner/Stadt Hamm
Durfte als Erster unterzeichnen: ASV-Kapitän Fabian Huesmann, rechts Oberbürgermeister Marc Herter. - Foto: Thorsten Hübner/Stadt Hamm

Auswärtssieg war greifbar

Beste Werbung für den Handball betrieben die beiden Erstligaaufsteiger am Sonntagnachmittag in Gummersbach. Am Ende unterlag der ASV Hamm-Westfalen nach einer dramatischen Schlussphase dem VfL Gummersbach denkbar knapp mit 28:29 (12:17). Der mehr als verdiente Punktgewinn blieb den Westfalen, die wie gegen die Rhein Neckar Löwen eine phasenweise überragende Leistung in der zweiten Halbzeit zeigten, versagt.

Weniger als „die vielen unterschiedlichen Phasen im Spiel“ wollte ASV-Trainer Michael Lerscht direkt nach der Partie in der Pressekonferenz in den Mittelpunkt rücken, wie sehr die Mannschaft Kampfgeist und Moral bewiesen hätten. „Wir haben gesehen, was wir leisten können und was wir im Tank haben. Für uns ist wichtig, dass wir das weitertransportieren. Das ist jetzt der entscheidende Schritt“, so Lerscht. Vorangegangen waren zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher kaum hätten laufen können. Nach ausgeglichenem Beginn, bei dem der ASV mutig nach vorne spielte und mit zwei Kempatoren gleich sehenswerte Akzente setzte, erspielte sich der favorisierte Gastgeber eine frühe 8:3-Führung. Die Gäste ließen bis dahin allerdings drei komplett freie Würfe und einen Siebenmeter ungenutzt – der Zwischenstand gab den Spielverlauf bis zur neunten Minute nicht wieder. In der Folge jedoch dominierten die Gastgeber vor 3.078 Zuschauern in der nicht ausverkauften Schwalke-Arena die Partie und erspielten sich bis zur 25. Minute eine 17:10-Führung.

Aber die Gäste bewiesen Moral. Mit der Hereinnahme von Markus Fuchs bekam die Abwehr, die zuvor wenig Zugriff auf die Offensive des VfL hatte, mehr Stabilität. Bis zur Pause blieben die Westfalen fast sechs Minuten ohne Gegentor. Zur Pause war der Rückstand mit 12:17 aus Sicht des ASV erträglicher.

Auch in den zweiten Abschnitt starteten die Gäste schwungvoller. In nur sechseinhalb Minuten gelang es, auf 16:18 zu verkürzen. Aber Gummersbach blieb noch unbeeindruckt, legte wieder auf 17:21 aus Sicht des ASV vor. Doch das Tor des Ex-ASVers Lukas Blohme in 40. Minute sollte wieder für längere Zeit der letzte Treffer für den VfL Sein. Die ASV-Abwehr stand immer besser, der hereingenommene Torwart Vladimir Bozic wurde mehr und mehr zur unüberwindbaren Hürde für den VfL. So konnte Tim Wieiling in der 48. Minute zum 22:22 ausgleichen. Eine Minute später traf der Rechtsaußen sogar zum 23:22 für den ASV. Nun hatten die großartig kämpfenden Gäste ihre stärkste Phase. Die Abwehr stand extrem gut, dahinter fing Bozic mehrfach Bälle ab. Und dieser nutzten den vom VfL eingesetzten siebten Feldspieler, um zweimal in Folge ins verwaiste VfL-Gehäuse zu verwandeln. Die Gäste lagen nun in der 50. Minute mit 25:22 in Führung.

In der 53. Minute erhöhte Fabian Huesmann erneute ins leere Tor sogar auf 27:23. Den Vier-Tore-Vorsprung stellte auch Stefan Bauer in der 55. Minute noch einmal zum 28:24 her. Doch nun waren die Gastgeber diejenigen, die in den verbleibenden fünf Minuten keinen Treffer mehr zuließen. Der ASV versuchte alles, musste aber am Ende die individuelle Klasse von Dominik Mappes anerkennen, der die letzten vier Treffer erzielte, den Siegtreffer 19 Sekunden vor dem Ende.

„Drei Tage später darf ich hier sitzen als der glückliche Gewinner“, blickte VfL-Coach Gudjon Sigurdsson auf die Partie zurück. Noch am Donnerstag hatte Gummersbach in der Schlussphase eine Führung an den SC Magdeburg verloren. „In der ersten Halbzeit haben wir überragend gespielt und führen mit 17:10. Dann kassieren wir zwei leichte Gegentore. In der zweiten Hälft hat Hamm dann Qualität in der Abwehr bewiesen und eine überragende Torwartqualität. Dann noch zu gewinnen, grenzt an ein Wunder. Wir sind einfach sehr sehr glücklich, dass wir heute gewonnen haben“, so Sigurdsson weiter.

VfL Gummersbach – ASV Hamm-Westfalen 29:28 (17:12)

VfL: Norsten, Ivanisevic – Fanger, Vidarsson, Kodrin (2), Köster (6), Blohme (4), Häseler (1), Schluroff, Mappes (8, 2/2 7m), Pregler (4), Zelenovic, Styrmisson, Kiesler, Jansen (4), Zemann

ASV: Hertlein, Bozic – Huesmann (6, 4/4, Fuchs, Patrail, Bratzke, Schulze (2), Pretzewofsky, Bornemann (4), Orlowski (3), Meschke (1), Dayan, Savvas (2, 0/1), von Boenigk (1), Wieling (4), Bauer (3)

Schiedsrichter: Robert Schulze, Tobias Tönnies

Zuschauer: 3.078

Zeitstrafen: VfL 6 min, ASV 6 min

Yonantan Dayan spielt Stefan Bauer an - der Kreisläufer läutete mit zwei Treffern in Folge in Halbzeit zwei ein furiose Aufholjagd ein. - Foto: VfL