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Erstes Pflichtspiel auswärts

Das erste Pflichtspiel der Saison 2022/23 findet für den ASV Hamm-Westfalen auswärts statt. Zum Erstrundenspiel des DHB-Pokals tritt der Erstligaaufsteiger am 27. oder 28. August beim Wilhelmshavener HV an. Insgesamt eröffenen 28 Klubs der 2. und 3. Ligen den Kampf um den DHB-Pokal und damit offiziell die neue Spielzeit.

Die Begegnungen der 1. Runde des prestigeträchtigen Pokalwettbewerbs wurden am Dienstag in der Geschäftsstelle der HBL GmbH in Köln von „Losfee“ Daniel Haase ausgelost. Haase, der vor wenigen Wochen zum „Nachwuchstrainer der Saison“ gewählt worden war und die Junglöwen der Rhein-Neckar Löwen betreut, zog einige spannende Begegnungen aus den beiden Lostöpfen, die nach regionalen Aspekten eingeteilt waren.

Mitaufsteiger VfL Gummersbach bekommt es im Süden mit der HSG Konstanz zu tun, die den Sprung in die 2. Handball-Bundesliga geschafft hat. Im Norden trifft unter anderem der HC Empor Rostock auf die HSG Nordhorn-Lingen. Die Erstligisten sind in der 1. Runde bis auf die Aufsteiger nicht vertreten.

Die Paarungen der Gruppe Nord im Überblick

MTV Braunschweig vs. Dessau-Roßlauer HV 06
Wilhelmshavener HV vs. ASV Hamm-Westfalen
TuS Vinnhorst vs. VfL Eintracht Hagen
OHV Aurich vs. VfL Lübeck-Schwartau
1. VfL Potsdam vs. TuSEM Essen
HC Empor Rostock vs. HSG Nordhorn-Lingen
HC Elbflorenz 2006 vs. TSV Bayer Dormagen

Die Paarungen der Gruppe Süd im Überblick

SG Pforzheim/Eutingen vs. Eulen Ludwigshafen
SG Leutershausen vs. SG BBM Bietigheim
VfL Pfullingen vs. TV Großwallstadt
TuS 04 KL-Dansenberg vs. HSC 2000 Coburg
TuS Fürstenfeldbruck vs. DJK Rimpar Wölfe
HSG Konstanz vs. VfL Gummersbach
TV 05/07 Hüttenberg vs. ThSV Eisenach

Die Einteilung der Lostöpfe entsprach der Spielklassenzugehörigkeit der vorangegangenen Saison 2021/22.

Die 14 Sieger qualifizieren sich für die 2. Runde, in welcher dann die 18 Erstligisten der Saison 2021/22 in den Wettbewerb um den DHB-Pokal einsteigen. Dieser wird am 15./16. April 2023 im Rahmen des REWE Final4 vergeben.

Alle Spieltermine im DHB-Pokal 2022/23

1. Runde DHB-Pokal: 27./28. August 2022
2. Runde DHB-Pokal: 19./20. Oktober 2022 (mit 18 Erstligisten)
Achtelfinale: 21./22. Dezember 2022
Viertelfinale: 04./05. Februar 2023
REWE Final4 (Halbfinals & Finale): 15./16. April 2023

Ein Löwe wird Westfale

Der ASV Hamm-Westfalen hat die Personalplanungen zur Saison 2022/2023 abgeschlossen. Mit dem estischen Routinier Mait Patrail stellten die Verantwortlichen am Montag den dritten Neuzugang seit Feststehen des Aufstiegs in die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga vor. Der 34-Jährige wechselt von den Rhein Neckar-Löwen zu den Westfalen, dort agierte er in der zurückliegenden Saison vornehmlich im Innenblock des Deutschen Meisters von 2016 und 2017. Beim ASV soll er neben den Aufgaben in der Abwehr auch im Rückraum eine weitere Option darstellen und für Entlastung sorgen.

„Wir sind glücklich, dass Mait sich für uns entschieden hat. Er war aufgrund seiner langjährigen Erfahrung unser Wunschspieler. Unsere Fans dürfen sich nicht nur auf einen herausragenden Sportler, sondern auch auf einen tollen Typen freuen“, erklärte ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers nach dem Vertragsschluss mit Mait Patrail, der einen Ein-Jahres-Kontrakt unterzeichnete. Patrail spielt bereits seit 2011 in der 1. Liga, zunächst eine Saison beim TBV Lemgo, dann für acht Jahre beim TSV Hannover-Burgdorf, wo er unter anderem mit den Ex-ASVern Martin Ziemer und Mario Clößner zusammen auflief. Weder deren Empfehlung für den ASV noch der vom aus Hamm stammenden Löwen-Hallensprecher Kevin Gerwin brauchte es, „das Gesamtpaket hat einfach gestimmt“, betonte der 34-Jährige, der bei seinem ersten Besuch die WESTPRESS arena in Augenschein nahm. „Das sind tolle Bedingungen hier, die haben längst nicht alle Erstligisten so“, zeigte sich der 101-fache estische Nationalspieler sehr angetan vom Umfeld der Westfalen. „Gerade die kompakte Arena ist toll. Das dürfte sehr stimmungsvoll werden“, so der Rechtshänder weiter.

„Wie bei den anderen beiden Verpflichtungen war uns wichtig, jemanden zu finden, der die Liga gut kennt uns weiterbringt. Mit Mait verstärken wir unsere Abwehr maßgeblich und im Rückraum ist er eine weitere Option für uns. Wie wichtig diese Möglichkeiten sind, haben wir in der abgelaufenen Saison gesehen“, freut sich auch Trainer Michael Lerscht bereits auf die Zusammenarbeit mit dem Routinier, der von 2006 bis 2011 sechsmal in Folge zu Estlands Handballer des Jahres gekürt wurde.

ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers (l.) begrüßte Neuzugang Mait Patrail an der WESTPRESS arena. - Foto: Kottmann/ASV

Ein ehrgeiziger Spielgestalter

Der ASV Hamm-Westfalen hat die bestehende Lücke auf der Spielmacherposition geschlossen. Zur Saison 2022/23 wird Björn Zintel zu den Westfalen zurückkehren, der bereits 2015 bis 2018 beim aktuellen Erstligaaufsteiger unter Vertrag war – er war damals im jungen Alter von 19 Jahren zum ASV gekommen.

„Wir freuen uns, dass Björn sich für eine Rückkehr zu uns entschieden hat. Wir wollten einen erstligaerfahrenen Spielmacher unter Vertrag nehmen, der uns auch in der 1. Liga sofort hilft. Björn bringt alles mit, was wir gesucht haben. Und darüber hinaus kennt er das Umfeld schon und wird keine große Eingewöhnungszeit benötigen, sowohl in der Liga, als auch in Hamm“, zeigte sich ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers und zusammen mit einer tollen Truppe die gemeinsamen Ziele zu erreichen sehr zufrieden mit der Verpflichtung des jetzt 26-Jährigen. Zintel spielte nach seiner Zeit bei den Westfalen von 2018 bis 2020 beim TV Hüttenberg, seitdem zog er die spielerischen Fäden beim Erstligisten Balingen-Weilstetten, mit dem er am Ende der abgelaufenen Saison den Abstieg nicht verhindern konnte. „Auch den Abstiegskampf muss man kennen. Björn bringt also auch in dieser Hinsicht ganz wichtige Erfahrung neben seinen ohnehin vorhandenen sportlichen Qualitäten mit. Ich habe ihn als ehrgeizigen Spieler kennengelernt, der klare Vorstellungen für die Mannschaft und sich hat. Genau das haben wir gesucht“, zeigte sich auch Trainer Michael Lerscht von den Fähigkeiten des Rückkehrers überzeugt.

„Ich freue mich riesig auf Hamm. Es hat andere Angebote gegeben, aber für mich war das Gesamtpaket in Hamm am besten. Hier hat sich seit 2018 eine ganze Menge getan. Und natürlich bin ich auch nicht mehr der junge Kerl von damals. Gemeinsam können wir sicher einiges bewegen“, ist Björn Zintel die Vorfreude auf die Rückkehr nach Hamm anzumerken, wo er sich aktuell nach einer Bleibe zusammen mit seiner Partnerin umschaut, deren Familie aus Bergkamen kommt. Ein „guter Nebeneffekt“, wie der 26-jährige Hundeliebhaber bekennt. Vordergründig waren allerdings sportliche Gründe für den ehrgeizigen Mittelmann. „Für mich geht es darum, beim ASV eine Führungsrolle zu übernehmen und zusammen mit einer tollen Truppe die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Und die Spielzeit für mich zu nutzen, um mich weiterzuentwickeln“, so Zintel, der in Balingen bereits mit Vladimir Bozic zusammenspielte und aus seiner ersten Zeit beim Hamm noch verschiedene Akteure kennt wie Fabian Huesmann, Markus Fuchs, Marian Orlowski und Felix Storbeck. Wie die Vorgaben für die Saison konkret lauten? „Die Ziele werden wir noch erarbeiten, wenn wir als Mannschaft zusammenkommen. Klar ist, dass uns eine große Aufgabe in der 1. Liga erwartet. Aber es herrscht eine große Euphorie, das habe ich den Gesprächen schon gemerkt.“ Eingewöhnungsschwierigkeiten erwartet er jedenfalls nicht: „Ich weiß noch, wo alles ist. Und viele auch aus dem Umfeld kenne ich ja noch.“

In Hamm erhält Björn Zintel einen Zwei-Jahres-Vertrag. Für die Spielmacherposition hatte der ASV bereits den vier Jahre jüngeren Nachwuchsmann Yonatan Dajan verpflichtet. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, auch mit den anderen, die ich noch nicht kenne. Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie sich gerade die jüngeren Spieler auf einem neuen Niveau entwickeln. Das ist jetzt das höchste Niveau, dass es auf der Welt in einer Liga gibt. Und da gibt es immer auch einige, die dadurch noch einmal einen Leistungssprung erleben“, so Zintel, der aktuell im Fernstudium „Wirtschaftspsychologie“ studiert.

Björn Zintel. - Foto: HBW
Beim ASV 2022 wieder vereint: Björn Zintel (l.) und Savvas Savvas. - Foto: Wegener/ASV

Saisonrückblick: ASV überwindet viele Hürden

„Erste Liga – hammwa geschafft“ – der Slogan auf den Aufstiegsshirts bringt es auf den Punkt: Der ASV Hamm-Westfalen feierte in diesen Tagen zwölf Jahre nach dem ersten Mal den erneuten Aufstieg in die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, immer wieder gerne als „stärkste Liga der Welt“ eingestuft. Und zu dieser zählt nun also auch der ASV, mit zahlreichen jungen Spielern aus der traditionsreichen Handballregion Westfalen, die heiß sind auf das Kräftemessen mit der Handballelite.

Auch wenn man seitens des ASV mit einer Rolle im vorderen Drittel der Tabelle geliebäugelt hatte: Der Glaube daran, dass der Aufstieg dieses Jahr gelingen könnte, war lange eher etwas für ausgeprägte Optimisten. Nicht zu Unrecht betonten die Verantwortlichen vor der Saison immer wieder, wie stark die Zweitligagruppe in der Saison 2021/22 nicht zuletzt angesichts vier coronabedingter Erstligaabsteiger sein werde. „Es kann sein, dass wir eine richtig gute Saison spielen, und dennoch Fünfter oder Sechster werden“, hatte Trainer Michael Lerscht angesichts klangvoller Konkurrenz wie VfL Gummersbach, TuSEM Essen, SG BBM Bietigheim, HSG Nordhorn-Lingen und HSC Coburg im Vorfeld klargestellt.

Es kam anders: Der ASV fand sich schnell in neuer Formation, integrierte die fünf Neuzugänge im Stammaufgebot reibungslos. Vor allem einer sollte dabei schnell von sich Reden machen: Spielgestalter Dani Baijens, der vom Pokalsieger TBV Lemgo Lippe nach Hamm wechselte, machte das Spiel der Westfalen erheblich schneller, spielte stets torgefährlich und hatte immer wieder ein gutes Auge für seine Mitspieler. Er war mehr und mehr Motor im Spiel der Rot-Weißen, bei denen Trainer Michael Lerscht in seinem zweiten Jahr mit der Mannschaft auf das beste Abschneiden des ASV seit dem Meisterjahr 2010 zusteuert. Aber ob es am Ende sogar zum erneuten Aufstieg reichen könnte?

Nach einer guten Hinrunde gab es gleich mehrere schwierige Situationen zu überstehen. Angefangen mit einer komplett gestörten Wintervorbereitung, in der nach und nach fast der gesamte Kader mit zweiter Corona-Infektion in häusliche Quarantäne musste. Training unmöglich, Testspiele abgesagt. Statt eine neue Abwehrformation zu erarbeiten mussten bisherigen Taktikten in der Rückrunde weiter greifen. Mit Dani Baijens und Jan Brosch standen früh die Wechsel zweier Leistungsträger in die 1. Liga – zum HSV Hamburg beziehungsweise TBV Lemgo Lippe – fest. Doch auch hiervon ließen sich Mannschaft, Stab und auch die direkt Betroffenen ebenso wie von teils monatelangen verletzungsbedingten Ausfällen wie bei Sören Südmeier und Markus Fuchs nicht durcheinanderbringen und arbeiteten bemerkenswert konzentriert weiter.

„Von Spiel zu Spiel denken, immer auf den nächsten Gegner fokussieren“, wohl noch nie wurden diese Aussagen von Michael Lerscht und den Spielern so oft – fast schon wie ein Mantra – wiederholt. Und wohl nie mit so großer Berechtigung. Denn immer wieder überraschten Aufsteiger oder Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Selbst der Topfavorit VfL Gummersbach ließ zumindest auswärts immer wieder Punkte. Dennoch kristallisierte sich der Traditionsverein im Laufe der zweiten Saisonhälfte als erster Aufsteiger heraus. Es blieb die Frage: Wer folgt dem VfL ins Oberhaus?

Lange hatte hier die HSG Nordhorn-Lingen die besten Karten. Allerdings leistete sich die Mannschaft von Trainer Daniel Kubes in der finalen Phase eine Reihe von Niederlagen, so dass der ASV immer weiter aufschließen konnte. Selbst eigene Niederlagen hinderten die Westfalen nicht daran, im Mai auf einmal selbst den zweiten Rang zu übernehmen. „Uns war klar: Wenn wir im Mai noch dran sind, dann ist alles möglich. Genauso ist es gekommen“, war der Glaube an den Aufstieg nicht nur bei Geschäftsführer Thomas Lammers immer größer geworden. Ganz nebenbei strömten auch wieder mehr Fans in die nun ohne Beschränkung zugängliche WESTPRESS arena. Allerdings war es ein Gewöhnungsprozess, den alle absolvieren mussten – ohne Test, ohne Maske, neben fremden Sitznachbarn. Noch im vorletzten Heimspiel gegen Lübeck hätte man sich beim ASV schon mehr als die knapp 1.700 Zuschauer gewünscht.

Aber die sportlichen Aussichten sorgten am Ende in jeder Hinsicht für ein furioses Finale: Bereits Tage vor dem letzten Heimspiel vermeldete der ASV endlich eine ausverkaufte Arena: 2.650 Fans wollten das Duell gegen den TV Großwallstadt live erleben. Die Zuschauer waren endlich wieder zurück. Und der ASV legte einen begeisterten Auftritt mit bekanntem Ausgang hin: Durch einen 34:27-Sieg krönten die Handballer ihre gute Saison und feierten schon vor dem letzten Spieltag den Aufstieg in die LIQUI MOLY HBL.  Ein Erfolg, den Geschäftsführer Lammers als wesentlich emotionaler einstufte als die Meisterschaft 2010: „Damals war es von Beginn an das erklärte Ziel. Natürlich haben wir uns auch gefreut, aber es gab auch große Erwartungen. Diesmal war das natürlich anders – die Mannschaft hat sich die Chance im Laufe der Saison erarbeitet und im richtigen Moment zugeschlagen. Ein Wahnsinnserfolg.“ Lammers muss es wissen, er selbst war 2010 als Spieler aktiv beteiligt und erlebte schon damals den Aufstieg vor der „Roten Wand“. Lammers: „Das ist ein unglaubliches Gefühl, wenn unsere Arena ausverkauft ist. Und wenn dann fast alle noch Rot tragen, sind das unvergessliche Bilder. Das setzt Kräfte frei.“ Kräfte, die man im Handball-Oberhaus wieder brauchen wird. Aber der wenige Tage nach dem Aufstieg gestartete Vorverkauf lässt hoffen: Das Interesse an den Karten in der Arena ist riesengroß. Wenn das keine guten Aussichten für die Saison 2022/23 sind.

ASV verpflichtet Linksaußen

Für eine weitere Position hat der ASV Hamm-Westfalen zur Saison 2022/2023 nun Klarheit. Für Linksaußen Alexander Reimann, dessen Ein-Jahres-Vertrag somit nicht verlängert wird, rückt Alexander Schulze vom TVB Stuttgart als Linksaußen ins Aufgebot des frischgebackenen Erstligisten.

Der 24-jährige Schulze spielte seit 2020 in Stuttgart, zunächst mit Zweitspielrecht, seit dieser Saison fest im Aufgebot des Erstligisten. Der 1,90 Meter große Linksaußen teilt sich die Position mit ASV-Kapitän Fabian Huesmann. „Wir freuen uns, dass die Verpflichtung von Alexander nun unter Dach und Fach ist. Mit ihm bekommen wir für die Position einen ähnlich kompletten Spieler der die Liga bereits gut kennt“, verdeutlichte ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Alexander. Er ist ein ähnlich geradliniger Außen wie Fabian und hat sich ja auch als junger Spieler durchaus schon als torgefährlich gezeigt“, so Trainer Michael Lerscht.

Für seinen aktuellen Verein warf Alexander Schulze in der am Sonntag beendeten Saison in 34 Partien 44 Tore als Nummer zwei auf Linksaußen hinter Patrick Zieker, der mit 123 Treffern zweitbester Torschütze des 15. der Liqui Moly Bundesliga ist. Insgesamt erzielte Schulze bereits 86 Erstligatore. „Ich freue mich auf den ASV Hamm-Westfalen und auf eine tolle Truppe“, erklärte der Rechtshänder einen Tag nach dem Ende der Saison in der Liqui Moly Bundesliga. Beim ASV trifft er auf zwei ehemalige Weggefährten: Sowohl mit Tim Wieling als auch Benny Meschke spielte Schulze bereits zusammen.

„Einen Dank möchten wir in diesem Zusammenhang noch an Alexander Reimann richten, der sich auf der Position unseres Kapitäns Fabian Huesmann immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Wir wünschen Conny für seine weitere sportliche Laufbahn alles Gute“, betonte Thomas Lammers.

Alexander Schulze wechselt im Sommer zum ASV. - Foto: TVB

Wir gratulieren der A-Jugend

Durch einen 17:14-Erfolg gegen den Lausitzer HC Cottbus hat sich die A-Jugend des ASV am Sonntagmittag die Qualifikation zur Handball-Bundesliga gesichert – und nutzte dabei die letzte Chance im Rahmen der „Endrunde Nord“, über die genau wie im Süden je drei der verbliebenen sechs der insgesamt 40 Plätze ausgespielt wurden.

Tags zuvor spielte die Auswahl der Westfalen 19:19 gegen Lübeck und kassierte dabei den Ausgleich drei Sekunden vor dem Ende. Später gelang ein 19:17 gegen den VfL Eintracht Hagen. Da Hagen aber am Samstag aus dem Qualifikationsturnier ausscheid, nahm der ASV einen Punkt in den Sonntag mit. Dort hatte der Bergische HC mit zwei Zählern die beste Ausgangsposition, Lübeck und Hamm mit je einem Zähler auch gute Karten. Für die punktelosen Cottbusser stand bereits fest, dass das erste Spiel gegen Hamm schon ein erstes Endspiel war – denn von den vier verbliebenen Teams konnte nur drei das Ticket für die Bundesliga lösen. Und dieses war dem ASV nach dem 19:17 nicht mehr zu nehmen.

Siehe Vorbericht zur Endrunde (Handball-World)

Empfang abgesagt

Es hätte noch einmal ein Tag der Freude sein sollen beim ASV Hamm-Westfalen. Nachdem die A-Jugend am Sonntagmittag durch einen 17:14-Erfolg gegen Cottbus beim Qualifikationsturnier die Teilnahme an der A-Jugendbundesliga 2022/23 gesichert hat, sollte der frischgebackene Erstligaaufsteiger der Männer von Hamms Oberbürgermeister Marc Herter empfangen werden.

Doch dieser Empfang am Schloss Oberwerries wurde kurzfristig nach Absprache unter den Verantwortlichen aufgrund der folgenschweren Ereignisse an der Hochschule Hamm-Lippstadt (siehe Berichterstattung Westfälischer Anzeiger) abgesagt und soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. „Das war in unser aller Augen alternativlos. Die HSHL ist ein enger Partner von uns und wir nehmen großen Anteil daran, was dort geschehen ist. Und das geht der Stadtführung ja ganz genauso. Da hätte eine solche Veranstaltung einfach nicht gepasst“, betonte ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. Der Empfang inklusive Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hamm soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Kraft reichte nicht zum Punktgewinn

Nur für eine knappe halbe Stunde hat die Kraft der Spieler des ASV Hamm-Westfalen am Samstagabend vor 1.030 Zuschauern im Sportzentrum Hüttenberg gereicht, danach setzte sich der gastgebende TV Hüttenberg verdient mit 32:25 durch und sicherte sich damit im Endspurt noch den vierten Tabellenplatz. Für eine von zwei Positivmeldungen am Rande des Spiels sorgten die Westfalen dennoch: Niklas Koelsch aus der Drittligamannschaft feierte beim TVH sein Zweitligadebüt im ASV-Dress, seine beiden Wurfversuche fanden allerdings nicht den Weg ins Tor.

Die Gäste, die von einem Fanbus nach Hüttenberg begleitet wurden, starteten nach den verdienten Aufstiegsfeierlichkeiten vom Wochenende gar nicht schlecht in die Partie. In der 13. Minute bescherte Spielgestalter Dani Baijens dem Aufsteiger die erste Führung mit seinem Tor zum 6:5. Zwar dauerte es fast vier Minuten bis zum nächsten Tor durch Fabian Huesmann (7:7), wenig später warf Jan Pretzewofsky den ASV aber wieder mit 8:7 in Führung. Doch wieder leistete sich die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht eine Torflaute von sieben Minuten Dauer. Und auch diese nutzte Hüttenberg allerdings nicht, um sich ein Polster zu erspielen. So blieben die Gäste bis zur 26. Minute durch das Rückraumtor von Marian Orlowski zum 10:11 noch in Reichweite. Danach ging es allerdings schnell: Durch einen 5:1-Lauf erspielte sich die Hausherren eine 16:11-Pausenführung. Zu viele Angriffe blieben ungenutzt, auch die sieben Paraden bei 35 % Quote von Torwart Vladimir Bozic reichten nicht, um die Partie ausgeglichener zu halten.

In Halbzeit zwei startete Hüttenberg ebenfalls besser, durch zwei Tore von Joel Ribeiro und Ryuga Fujita stellte der Gastgeber die Weichen für den Sieg und damit für das Aufrücken auf den vierten Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga hinter dem Aufsteiger-Duo und dem ThSV Eisenach. Immerhin blieb dem ASV noch die zweite Erfolgsmeldung: Mit seinen vier Toren des Abends schraubet Kapitän Fabian Huesmann sein Torekonto in dieser Saison noch auf 221 hoch. Damit belegt der Linksaußen den vierten Rang der Torschützenliste hinter Fynn Hangstein (ThSV Eisenach, 277), ASV-Rückkehrer Savvas Savvas (TV Großwallstadt, 261) und Dirk Holzner (TV Emsdetten, 229).

Während in Hüttenberg frühzeitig die Entscheidung gefallen war, wurde es in zwei anderen Hallen sehr dramatisch. Denn im Fernduell kämpften der TuS Ferndorf (in Dormagen) und der TV Großwallstadt zuhause gegen die SG BBM Bietigheim um den Klassenverbleib. Am Ende gewannen beide ihre Spiele, der TVG bleibt aber durch das bessere Torverhältnis auch in der nächsten Spielzeit Zweitligist. Die Entscheidungen sehen somit in der 2. Handball-Bundesliga wie folgt aus: Aufsteiger sind VfL Gummersbach und ASV Hamm-Westfalen, Absteiger sind TuS Ferndorf, EHV Aue und TV Emsdetten.

Für den ASV steht nun am Sonntag noch ein abschließender Termin an: Hamms Oberbürgermeister Marc Herter empfängt den Erstligaaufsteiger am Wasserschloss Oberwerries, um Mannschaft und Stab für die herausragende Leistung in der Saison auszuzeichnen. „Das ist natürlich noch einmal ein toller Abschluss. Danach geht es dann für die Mannschaft nach einer langen Saison in den wohlverdienten Urlaub“, meinte ASV-Coach Michael Lerscht.

TV Hüttenberg – ASV Hamm-Westfalen 32:25 (16:11)

TVH: Ruspeler – Höpfner, Schwarz, Kneer (5), Kirschner (1), Opitz (5), Fujita (2), Weber (4), Rompf (7/1), Zörb (1), Ribeiro (3), Hahn (2/2), Schreiber (2)

ASV: Bozic, Storbeck – Genz (2), Huesmann (4/1), Brosch (1), Koelsch, Engelhardt (3), Kooij (1), Pretzewofsky (1), Schöße, Orlowski (5), Meschke, Baijens (4), Mikita, von Boenigk (1), Wieling (3)

Zuschauer: 1.033

Schiedsrichter: Manuel und Jan Lier

Hüttenberg spielt um dritten Platz

Tabellarisch ohne Auswirkung ist das Duell des letzten Spieltags für den ASV Hamm-Westfalen am Samstag um 18 Uhr beim TV Hüttenberg. Der zweite Platz ist der Mannschaft von Michael Lerscht seit vergangenem Freitag durch den Sieg gegen Großwallstadt nicht mehr zu nehmen. Dennoch wird das Team zum letzten Arbeitseinsatz der Saison von einem Fanbus begleitet, die Westfalen wollen noch einmal alles mobilisieren, um bestmöglich abzuschneiden.

Während der ASV aber nur für sein Punktekonto spielen kann, hat Gastgeber Hüttenberg rechnerisch sogar noch die Möglichkeit, den aktuell fünften Rang um zwei Plätze zu verbessern – vorausgesetzt man gewinnt mit einem Tor mehr als zeitgleich die HSG Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau und der ThSV Eisenach kommt im Heimspiel gegen Rimpar nicht über ein Remis hinaus. Auch ein Punktgewinn könnte dem TVH für Platz zwei reichen, wenn HSG und ThSV verlieren.

„Nach einem tollen Auswärtssieg beim TuSEM Essen kommt jetzt das Saisonfinale und somit auch das Abschiedsspiel für sehr verdiente und tolle Spieler. Alleine das muss schon Grund genug sein für alle, dass wir noch einmal einen raushauen und das Heimspiel angehen, wie wir es bisher in der Saison gemacht haben“, erklärte TVH-Trainer Johannes Wohlrab vor dem Saisonfinale. „Mit der Partie können wir das I-Tüpfelchen auf diese Saison setzen und vielleicht sogar auf den dritten Rang klettern“, so der Coach weiter. Das erwartete Abschiedsspiel von Spielmacher und Identifikationsfigur Dominik Mappes werden die Zuschauer allerdings nicht erleben: „Leider werden wir nicht auf Dominik Mappes zurückgreifen können, da er sich einen Innenbandriss im Knie zugezogen hat, was verdammt bitter für ihn ist. Für ihn möchten wir auch noch einmal eine Schippe drauflegen“, erklärte der Trainer.

Wer wiederum bei den Westfalen am Samstag wirklich einsatzfähig sein wird, bleibt abzuwarten. Schon durch die letzten Wochen haben sich viele Akteure mit deutlichen Blessuren gekämpft. „Das werden wir bei dem ein oder anderen morgen spontan entscheiden“, meinte Michael Lerscht nach dem Abschlusstraining am Freitagnachmittag. „Nach diesem tollen Erfolg für uns alle fällt natürlich auch ein wenig die Spannung ab. Das ist völlig normal. Aber manchmal ist es gerade diese Lockerheit, die dann Dinge gelingen lässt. Fest steht ja auch, dass wir nicht zum Zuschauen nach Hüttenberg fahren. Wir wollen die Saison mit einem guten Spiel beenden“, so Lerscht, dessen Mannschaft sich nach drei freien Tagen noch einmal gezielt auf die Partie beim TVH vorbereitet hat. „Wir wissen um die Qualitäten des Gegners. Der TV hat fast die ganze Saison ganz vorne in der Liga mitgemischt, auch jetzt ist ja noch Platz drei möglich. Leicht wird es nicht. Umso mehr ist es wichtig, dass wir von Anfang an dagegenhalten“, so Lerscht weiter.

Übertragen wird die Partie wie alle anderen zeitgleich stattfindenden Spiele des 38. Spieltags von SportDeutschland.TV. Eine Neuerung bietet der kostenfreie Streaming-Anbieter dabei diesmal in der 2. Handball-Bundesliga: Eine Konferenz aus fünf Partien, zu denen neben den abstiegsentscheidenden Partien von Großwallstadt gegen Bietigheim sowie Dormagen gegen Ferndorf auch das Spiel des ASV zählt.

Zur Konferenz geht es hier (SportDeutschland.TV).

Im Hinspiel - hier eine Szene mit Dani Baijens im Angriff - trennten sich der ASV und der TVH 30:30. - Foto: Wegener/ASV

Wir haben es geschafft!

Der ASV Hamm-Westfalen hat es geschafft: Durch eine beeindruckende Leistung in der 2. Halbzeit sicherte sich die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht einen 34:27-Sieg (17:16) gegen den TV Großwallstadt und damit den Aufstieg in die Liqui Moly Bundesliga. Wie erwartet war es zunächst ein hartes Stück Arbeit für die Westfalen, die vor mit 2.650 Zuschauern ausverkaufter Kulisse in der Abwehr anfänglich Schwierigkeiten hatten. So lagen die Gäste zunächst lange in Führung, zwischenzeitlich sogar mit 8:5 und 14:12. Doch in der Schlussphase der ersten Halbzeit schickten sich die Hausherren an, die Kontrolle über die Partie zu übernehmen. Und das gelang – zur Pause führte der ASV mit 17:16, zum ersten Mal an diesem Abend.

Im Halbzeit zwei machten die Westfalen, die noch fast zwei Minuten in Überzahl starteten, dann genau dort weiter und erspielten sich schnell eine 19:16 in Führung. Nun stand auch die Abwehr sicherer, Torwart Vladi Bozic mauerte zudem vor der „Roten Wand“ das Gehäuse regelrecht zu. Vorne war wieder einmal Dani Baijens der überragende Motor, egal ob als Passgeber oder Torschütze. Am Ende verabschiedete sich der Holländer mit zehn Toren vom Heimpublikum. Längst hatten sich die Gastgeber auf die Siegerstraße begeben und die Party auf den Rängen begonnen.