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Das Ergebnis von 26:31 war am Ende vielleicht erwartet – der Verlauf des sehr fair geführten Spiels aber keineswegs. Im DHB-Pokal-Achtelfinale bot der krasse Außenseiter ASV Hamm-Westfalen dem verlustpunktfreien Tabellenführer der 1. Liga, dem SC Magdeburg, lange erfolgreich die Stirn. So gelang es den Gastgebern vor 1.495 restlos begeisterten Zuschauern in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften WESTPRESS arena sogar, dank mutiger Spielweise die erste Halbzeit 14:13 zu gewinnen.

Erst im zweiten Abschnitt setzten sich die individuell herausragend besetzten Gäste erstmalig ab, Kraft und Konzentration ließen beim ASV kurzzeitig nach – der Favorit nutzte die Schwächephase zur vorentscheidenden 17:25-Führung in der 45. Minute. Doch am Ende blieb die Niederlage dank der Spielfreude und des großen Einsatzwillens der Westfalen mit 26:31 in erträglichem Rahmen für den ASV. Beim Stand von 25:29 hatte sich kurz zuvor sogar noch per Gegenstoß die Chance zur Verkürzung auf drei Treffer Rückstand geboten, die SC-Torwart Mike Jensen aber vereitelte.

„Ich wusste, dass das heute ein schwieriges Spiel wird. Ich habe nicht erwartet, dass wir nach 15 Minuten alles Richtung Sieg stellen würden. Der ASV hat ein hervorragendes Spiel gezeigt, nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch“, lobte SCM-Trainer Bennet Wiegert die Leistung der Gastgeber. In der ersten Halbzeit sei es vor allem Torwart Felix Storbeck, der seine Mannschaft vor Aufgaben gestellt habe, zollte Wiegert der Leistung des ASV-Torwarts großen Respekt. Aber nicht nur das: Neben Storbeck liefen auch andere Akteure zu Hochform auf, wie Mittelmann Dani Baijens, der seine vier Tore allesamt im ersten Abschnitt erzielte.

Als Außenseiter sei es wichtig gewesen, das System durchzuhalten, betonte ASV-Trainer Michael Lerscht, der wie erwartet auf Torwart Vladimir Bozic und kurzfristig wegen einer Hüftprellung aus dem Emsdetten-Spiel auch auf Alexander Reimann verzichten musste, nach der Partie. Nachgerückt waren dafür aus der Drittligamannschaft Torwart Jan Wesemann, Lars Kooij und Noah Moussa. Seine Mannschaft habe „im System unglaublich emotional gespielt“, so der Trainer weiter. „Das ist nicht selbstverständlich. Das dann nach der Pause fortzuführen, nach dem höheren Rückstand dran zu glauben, und ein gutes Ergebnis rauszuholen: Kompliment.“

Während sich Magdeburg mit dem gelösten Ticket für das Viertelfinale, in dem das Heimspiel gegen GWD Minden ansteht, auf den Heimweg machten, durfte auch der ASV eine ganze Menge aus der Partie mitnehmen. „Auf jeden Fall jede Menge Selbstvertrauen. Das war wirklich ein sehr gutes Spiel. Nach einem freien Tag starten wir dann in die Vorbereitung auf das letzte Spiel des Jahres – und da wollen wir noch einmal alles raushauen“, richtete Lerscht schon am Pokalabend den Blick nach vorne. Denn am Sonntag tritt der ASV erneut in der heimischen WESTPRESS arena an, Anwurf gegen den TV Hüttenberg ist um 17 Uhr.

ASV Hamm-Westfalen – SC Magdeburg 26:31 (14:13)

ASV: Storbeck, Wesemann – Genz (4), Huesmann (3), Brosch (2), Fuchs, Engelhardt (1), Kooij (1), Südmeier (1), Pretzewofsky (1), Orlowski (1), Moussa, Baijens (4), Mikita (2), von Boenigk (5), Wieling (1)

SCM: Jensen, Green – Chrapkowski (1), Musche (1), Kristjansson (4), Pettersson (6), Magnusson (3/3), Weber (3), Gullerud (2), Mertens (1), Jensen (1), O´Sullivan, Bezjak, Smits (3), Damgaard (6), Eissing

Schiedsrichter: Sascha Standke, Steven Heine

Zuschauer: 1.495

Zeitstrafen: 4 min ASV, 0 min SCM

Vorfreude auf das „Bonusspiel“

Drei Heimspiele innerhalb von acht Tagen – der Jahresabschluss hat es für den ASV Hamm-Westfalen in sich. Nach dem gelungenen Auftakt in die „Highlightwoche“, dem 34:31-Derbysieg gegen den TV Emsdetten, freut sich die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht nun auf das „Bonusspiel“ gegen den SC Magdeburg am Dienstagabend um 19:15 Uhr im Rahmen des DHB-Pokal-Achtelfinales in der WESTPRESS arena.

Und wie am Samstag wird für Trainer Lerscht auch diesmal wohl keine Motivationsrede erforderlich sein. Für den ASV geht es gegen die aktuell stärkste Vereinsmannschaft Deutschlands, genauer gesagt wohl sogar der Welt. Denn der SC Magdeburg führt nicht nur das Handball-Oberhaus mit 30:0 Punkten an, in dieser Saison gelang auch der Gewinn des Weltpokals der Vereine. „Da muss man über Qualität nicht viel nachdenken. Die ist vorhanden: auf jeder Position, in herausragendem Maße“, erklärt Michael Lerscht.

So werden die Westfalen angesichts der sportlichen Rollenverteilung „David gegen Goliath“ gut daran tun, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Und vor allem“, so betont Michael Lerscht, „sollen wir alle dieses besondere Spiel genießen.“ Eine Voraussetzung dafür sei, nicht so sehr die Anzeigentafel in den Blick zu nehmen, stellt der Trainer des aktuellen Tabellenvierten der 2. Handball-Bundesliga klar. Zu Recht: Denn da wird sich am Ende unter Umständen auch ein deutlicherer Sieg für den Favoriten finden können. Von vorneherein den Viertelfinaleinzug mit Schleife verpackt herzuschenken, davon ist beim ASV allerdings auch nicht die Rede. „Wir wissen ja auch, was wir können. Es geht jetzt auch nicht darum, in Ehrfurcht zu erstarren“, so Lerscht weiter. Nur die Rollenverteilung sei eben eindeutig.

„Für uns ist das zwischen zwei wichtigen Ligaspielen ein Bonusspiel, dass sich die Mannschaft durch die Siege im Pokal erarbeitet hat“, darf sich Lerscht zusammen mit seiner Mannschaft auf ein „ausverkauftes Haus“ freuen – das bedeutet unter Einhaltung der aktuell geltenden Regeln 1.495 Zuschauer in der WESTPRESS arena. Und zumindest einige davon haben das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams im DHB-Pokal von 2008 noch im Kopf. Da setzte sich der Nord-Zweitligist ASV gegen den siebtplatzierten Erstligisten SC Magdeburg sensationell mit 37:32 durch. Im direkten Vergleich liegt dennoch der SCM allerdings vorne, die einzigen beiden Duelle im Erstligajahr der Westfalen entschieden die Magdeburger mit 34:26 und 29:37 deutlich für sich.

Wer keines der begehrten Tickets ergattern konnte, kann dennoch live dabei sein. So wird die Partie kostenlos über den ASV-YouTube-Kanal zu empfangen sein, das Programm beginnt bereits um 18:15 Uhr (siehe unten). Auch Radiosender Lippe Welle Hamm überträgt das Spiel live.

ASV-Hamm Westfalen

NEWS

ASV zieht Magdeburg

Die Begegnungen im Achtelfinale des DHB-Pokals 2021/22 sind ausgelost. In der Runde der besten 16 Teams trifft der ASV auf den SC Magdeburg. Ausgespielt werden die acht Duelle am 14./15. Dezember 2021.

Kreisläufer Aron Seesing vom TSV Bayer Dormagen, der im August mit der U19-Nationalmannschaft Europameister wurde, zog einige spannende Begegnungen aus dem Lostopf. Der SC Magdeburg trifft auf den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen und Rekord-Pokalsieger THW Kiel tritt auswärts bei der TSV Hannover-Burgdorf an. Zudem wird ein Zweitligist definitiv im Viertelfinale stehen, da der VfL Gummersbach die HSG Nordhorn-Lingen empfängt.

Insgesamt sind noch 13 Erstligisten und drei Vertreter aus der 2. HBL im Achtelfinale vertreten. Für die jeweiligen Gewinner ist es mit dem darauffolgenden Viertelfinale nur noch ein Schritt nach Hamburg zum REWE Final4 2022.

Die Achtelfinal-Partien im Überblick:

GWD Minden vs. FRISCH AUF! Göppingen
Rhein-Neckar Löwen vs. TVB Stuttgart
HC Erlangen vs. HSG Wetzlar
TBV Lemgo Lippe vs. Füchse Berlin
ASV Hamm-Westfalen vs. SC Magdeburg
TSV Hannover-Burgdorf vs. THW Kiel
MT Melsungen vs. Bergischer HC
VfL Gummersbach vs. HSG Nordhorn-Lingen

Die weiteren Spieltermine im DHB-Pokal 2021/22 im Überblick:

Achtelfinale: 14./15. Dezember 2021
Viertelfinale: 05./06. Februar 2022
REWE Final4 um den DHB-Pokal: 23./24. April 2022