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Ausgeglichene Bilanz

Ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage innerhalb von drei Tagen – mit einer ausgeglichenen Bilanz sind die Handballer des ASV Hamm-Westfalen am Wochenende vom Linden-Cup zurückgekehrt. Wichtiger noch als die Ergebnisse waren allerdings für Trainer Michael Lerscht die Erkenntnisse, die er beim sportlichen Härtetest mit zwei Erstligaduellen und dem abschließenden Spiel gegen Vorjahresvierten der 2. HBL in schmaler Besetzung sammeln konnte.

„Wir haben viel ausprobiert, dafür war dieses Turnier ja auch da“, betonte Lerscht, der neben Björn Zintel auch auf Fabian Huesmann und Markus Fuchs verzichten musste, nach dem Abschluss. Während Huesmann schon nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Halberstadt geschont wurde, musste Fuchs einen Tag vor dem Turnierauftakt gegen Wetzlar passen. So war der ASV gezwungen, in der Abwehr noch etwas mehr zu testen, als ursprünglich geplant, was sich im Laufe des Turniers aber immer besser fand.

Darüber hinaus nutzten die Westfalen auch die Gelegenheit, auf Rückraum Mitte einen Spieler zu testen. Der 20-jährige Isländer Gudmundur Bragi Astthorsson kam so nach nur zwei Trainingseinheiten gegen die HSG längere Spielzeit, kommt aber als Vertretung von Björn Zintel in den nächsten Monaten nicht zum Einsatz. „Wegen des Ausfalls von Björn sondieren wir hier natürlich die Möglichkeiten. Den Spieler kenne ich schon länger, er hat eine gute U20-EM gespielt. Daher haben wir ihn in Absprache mit seinem Heimatverein für das Turnier dazu genommen. Wir haben dann entschieden, dass wir mit ihm den Schritt Bundesliga jetzt noch nicht gehen. Wir behalten seine Entwicklung im Auge“, versprach Lerscht.

Nach der durchaus erwartungsgemäßen 22:35-Niederlage (14:18) gegen die HSG Wetzlar, immerhin Vorjahressiebter der LIQUI MOLY-HBL und auf Tuchfühlung zum internationalen Wettbewerb, steigerte sich der ASV im Turnierverlauf und verbesserte unter anderem die zum Auftakt noch hohe Fehlerquote. Auch gegen den BHC setzten die Westfalen auf Tempo und erspielten sich zwischenzeitliche Führungen von 19:13 und 22:17. Aber der spätere Turniersieger gab nicht auf und konterte zum 25:27 aus Sicht des ASV. Der wiederum stellte auf Manndeckung um und gleich zum Ende noch auf 27:27 aus.

Im dritten Spiel innerhalb von nur drei Tagen mussten die Westfalen dann am Samstag gegen den starken Zweitligisten Hüttenberg noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Das letzte Turnierspiel nutzten Michael Lerscht, um über die gesamte Spieldauer die 7:6-Angriffsvariante ohne Torwart gegen die offensive 3:2:1-Deckung zu testen. Nachdem die Variante im ersten Abschnitt noch nicht ganz rund lief, steigerte sich der ASV immer weiter und lag eine Viertelstunde vor dem Ende mit fünf Toren (22:17) in Führung. Zwar verkürzte der TVH noch auf 28:26, am Ende feierte der ASV aber doch seinen ersten Sieg im Turnier und damit eine ausgeglichene Bilanz.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen geht der ASV nun in die Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel der Saison. In der ersten Runde des DHB-Pokals treten die Westfalen gegen den Wilhelmshavener HV an.

Alle Spiele des Linden Cups wurden live über YouTube übertragen. Aktuelle Informationen hierzu und Berichte bietet die Turnier-Website.

ASV startet beim Linden-Cup

Drei Testspiele innerhalb von drei Tagen: Im Rahmen des Linden Cups 2022 geht es für den ASV Hamm-Westfalen um den Feinschliff vor dem ersten Pflichtspiel am Freitag, 26. August, in der ersten Pokalrunde beim Wilhelmshavener HV.

Zwei dieser Partien bestreiten die Westfalen gegen Ligakonkurrenten. So tritt die Mannschaft von Michael Lerscht am Donnerstag zum Auftakt um 20:15 Uhr gegen die HSG Wetzlar an. Freitag kommt es dann um 18 Uhr zum zweiten Aufeinandertreffen mit dem Bergischen HC. Zum Abschluss spielt der ASV dann am Samstag um 17:45 Uhr gegen den Zweitligisten TV Hüttenberg.

Donnerstag: ASV gg. HSG Wetzlar

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„Diese drei Spiele sind noch einmal sehr wichtig für uns. Sie bieten uns die Möglichkeit, uns noch besser einzuspielen und die Trainingsinhalte umzusetzen“, so der Trainer. Ebenfalls bietet die Turnierteilnahme auch die Möglichkeit, personelle Alternativen für die Rückraumposition auszuloten. „Wegen des längeren Ausfalls von Björn Zintel prüfen wir hier aktuell die Optionen“, bestätigt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. Eine davon könnte der Isländer Gudmundur Bragi sein. Der 20-Jährige wird den ASV zum Linden Cup begleiten, wo man ihn „wettkampfnah testen“ könne, so Lerscht.

Freitag: ASV gg. Bergischer HC

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Alle Spiele des Linden Cups werden live über YouTube übertragen. Aktuelle Informationen und Bericht bietet die Turnier-Website.

Samstag: ASV gg. TV Hüttenberg

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Tag 4: Alle Kräfte mobilisiert

Noch einmal alle Kräfte mobilisieren mussten die Handballer des ASV Hamm-Westfalen am Donnerstag in Halberstadt. Zwar strich Trainer Michael Lerscht nach dem Test am Mittwochabend in Hannover und der späten Rückkehr kurz vor Mitternacht die morgendliche Aktivierungseinheit vor dem Frühstück vom Plan, dennoch waren die Akteure im Tagesverlauf bei hochsommerlichen Temperaturen noch zweimal in der Trainingshalle gefordert.

Immerhin brachte von den beiden Geburtstagskindern Jan von Boenigk und Lars Kooij gewünschte Fußballeinheit jeweils zu Beginn Abwechslung in den schweißtreibenden Einheiten, danach drehte es sich bei den Westfalen allerdings wieder voll um die offensiven Abläufe. Im intensiven Videostudium des mit 28:32 verlorenen Testspiels hatte Lerscht wieder Verschiedenes im Zusammenspiel ermittelt, an dem noch gearbeitet werden muss. „Das sind teilweise nur Feinheiten, was erfreulich ist. Aber genau hier müssen Absprachen in den neuen Formationen noch klarer sein“, erklärte Michael Lerscht die Bedeutung. Die individuelle Fehlerzahl war zwar schon etwas besser als gegen den Bergischen HC, insgesamt „aber noch zu hoch“, so der Trainer. In verschiedenen Bereichen war die Leistung des ASV auch schon gut, wie etwa dem Gegenstoß- oder Torwartspiel.

„Schwächephasen werden in der ersten Liga ganz anders bestraft, als in der zweiten Liga. Das müssen wir noch abstellen“, betonte Torwartroutinier Vladimir Bozic, der mit elf Paraden und davon zwei abgewehrten Siebenmetern in der zweiten Halbzeit einen Bestwert ablieferte. Gelegenheit dazu gibt es dann auch noch einmal am Freitag, nach der letzten Trainingseinheit tritt der ASV-Tross dann die Rückreise an. Nach einem freien Samstag freuen sich die Westfalen dann auf ihren ASV-Familiensonntag, der von 14 bis 17 Uhr in der WESTPRESS arena stattfindet.

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Tag 3: Weitere Entwicklungsschritte

Ein Testspiel „fast auf Wettkampfniveau“ hat der ASV Hamm-Westfalen am Mittwochabend in Burgdorf gegen den Ligakonkurrenten TSV Hannover-Burgdorf absolviert. Dabei spielten beide Mannschaften sehr zur Freude der rund 300 Zuschauer in der fast restlos besetzten Burgdorfer GPS-Halle von Anfang an mit hohem Tempo und schenkten sich in einer Partie mit wechselnden Führungen keinen Ball. In den Schlussminuten ließen bei den Westfalen am Ende des dritten Trainingslagertages ein wenig mehr als bei den Gastgebern die Kräfte nach, trotz etlicher guter Möglichkeiten gelang nach dem 27:27 zehn Minuten in der verbleibenden Zeit nur noch ein Tor. Der TSV sicherte sich so am Ende einen 32:28-Sieg (18:15).

Das Resultat nahm ASV-Coach Michael Lerscht ohnehin mehr als Randnotiz wahr. „Wir haben heute weitere Entwicklungsschritte gemacht und Dinge aus dem Training gut umgesetzt. Das war ein wirklich guter Test auf einem guten Niveau“, zeigte sich Lerscht zufrieden, der wie am Samstag gegen den Bergischen HC wieder die Spielzeit an alle Akteure verteilte. Für einen davon war es ein Wiedersehen mit einigen Bekannten: Mait Patrail bekam beim Mannschaftseinlauf vom sowieso äußerst fairen Publikum sogar von der Tribüne einen besonderen Willkommensapplaus, acht Jahre lang hatte er für den TSV gespielt. Sportliche Willkommensgeschenke gab es vom Erstligakonkurrenten in der Folge aber natürlich nicht.

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Wie der ASV drückten auch die Gastgeber von Beginn an aufs Tempo. So entwickelte sich ein Schlagabtausch, nach sechs Minuten stand es bereits 5:5. Im nächsten Angriff bescherte Jan von Boenigk den Gästen dann die erste Führung, die allerdings nach einer Zeitstrafe gegen Markus Fuchs vom TSV in ein 7:6 umgewandelt wurde. Nach dem 7:7 durch die Westfalen dann eine Schlüsselszene in einem intensiven, aber nie unfairen Spiel: Für seinen Einsatz in der Deckung sah Benny Meschke die Rote Karte. Aber Hannover schlug kein Kapital daraus, auch nach einer Viertelstunde war die Partie mit 10:10 völlig ausgeglichen. Erneut brachte von Boenigk den ASV nun wieder in Führung. Das 11:10 für den ASV nahm TSV-Trainer Christian Prokop zum Anlass für eine Auszeit, die Wirkung zeigte. Durch drei Treffer in Folge gingen die Gastgeber wieder mit 11:13 in Führung, die bis zur Pause Bestand hatte (15:18).

Aber die Westfalen ließen sich davon nicht beirren, durch einen 4:1-Lauf direkt zu Beginn des zweiten Abschnitts glich der ASV auf 19:19 aus. Bis zum 23:23 blieb es ausgeglichen. Dann legten wiederum die Gäste zum 25:23 in der 44. Minute vor. Längst hatte Lerscht sein Personal rotiert, das Tempo bleib weiterhin hoch. Vor allem der Wechsel im Tor zeigte Wirkung, Vladimir Bozic entschärfte in der zweiten Halbzeit viele freie Würfe, unter anderem sogar zwei Siebenmeter. Doch das 27:27 in der 50. Minute sollte für längere Zeit der letzte ASV-Treffer sein. Zwar spielten sich die Gäste immer wieder gute Chancen heraus, angesichts schwindender Kräfte blieben die Abschlüsse etwas ungenau. So sicherte der TSV in den Schlussminuten einen 32:28-Sieg.

TSV Hannover Burgdorf – ASV Hamm-Westfalen 32:28 (18:15)

TSV: Ebner, Quenstedt – Vujovic (3), Roschek, Mävers (1), Uscins (4), Pevnov (1), Kuzmanovski (1), Michalchik (5), Edvardson (3), Gerbl (5), Brozovic (1), Fischer (2), Feise (2), Büchner (1), Steinhauser (3)

ASV: Hertlein, Bozic – Huesmann (4), Fuchs, Patrail (1), Schulze (3), Kooij, Pretzewofsky (1), Bornemann (3), Orlowski (1), Meschke, Dayan (1), Savvas (5), von Boenigk (5), Wieling (4), Bauer

Andreas Bornemann

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Testspiel wird live übertragen

Zum vierten Testspiel der Vorbereitung tritt der ASV Hamm-Westfalen am Mittwochabend (Anwurf 19:30 Uhr) in Burgdorf beim TSV Hannover-Burgdorf an. Zu der Partie reisen die Westfalen aus dem Trainingslager in Halberstadt an. Tickets gibt es an der Abendkasse (ab 18:30 Uhr, Testspiel-Ticketinfos), darüber hinaus kann die Partie live über SportDeutschland.TV verfolgt werden.

Für den TSV, der am vergangenen Samstag sein erstes Testspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 29:21 gewann, ist das Spiel in der GPS-Halle (Grünewald-Straße, 31303 Burgdorf) die zweite Partie der Vorbereitung. TSV-Trainer Christian Prokop war mit den gezeigten Ansätzen gegen Nordhorn zufrieden. „Wir haben eine aggressive und agile Abwehr mit zwei guten Torhütern dahinter gestellt. Die Spielfreude und Emotionalität über 60 Minuten hat mir gefallen”, zitiert der TSV seinen Coach. Weiter heißt es: „Insgesamt brauchen wir ein geduldigeres und druckvolleres Angriffsspiel sowie eine bessere Chancenverwertung. So langsam beginnt die heiße Phase der Vorbereitung. Aufgrund der vielen Neuzugänge ist jedes der kommenden Testspiele für uns sehr wertvoll, um sich weiter einzuspielen.“ Mit Veit Mävers und Branko Vujovic könnten zwei weitere Spieler zurück zum Team stoßen und erste Spielminuten absolvieren.

Für ASV-Neuzugang Mait Patrail wird das Testspiel eine Rückkehr zu einer langjährigen Station: Der Neuzugang von den Rhein Neckar-Löwen spielte zuvor acht Jahre lang für die TSV Hannover-Burgdorf. Schwerpunkt des Trainingslagers ist für den ASV das Offensivspiel – entsprechend wird es in Hannover darum gehen, „viele dieser Trainingsinhalte im Spiel anzuwenden“, freut sich Lerscht auf das Testspiel. Nach der Partie wird der ASV-Tross wieder ins Trainingslager zurückkehren, wo die Westfalen noch bis Freitag weiterarbeiten werden.

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Tag 2 in Halberstadt

Erneut mit einer frühen Einheit sind die Handballer des ASV Hamm-Westfalen in den zweiten Tag des Trainingslagers in Halberstadt gestartet. Zur Aktivierung ging es für die Spieler in das benachbarte Schwimmbad.

„Das ist eine ganz gute Möglichkeit, ohne Körpergewicht aktiv zu sein“, erklärte Trainer Michael Lerscht – eine willkommene Maßnahme angesichts der hohen Belastungen in diesen Tagen. Nach einer lockeren Runde Aquajogging ging es aber auch im Wasser nicht ohne Wettkampf: Nach einer Schwimmstaffel stand abschließend ein Tauchwettbewerb an – in dem Alexander Schulze die komplette 25-Meter-Bahn absolvierte und alle anderen hinter sich ließ.

Im weiteren Tagesverlauf ging es dann zweimal in die Sporthalle – wie angekündigt ließ der Trainerstab im offensiv-taktischen Bereich arbeiten. Zwischen den beiden Einheiten analysierte Lerscht noch einmal ausführlich das Testspiel von Samstag gegen den Bergischen HC und zeigte dabei genau die Dinge auf, auf die es in den nächsten Tagen ankommen wird: Offensives Zusammenspiel, Rückzugsverhalten und Reduktion der eigenen Fehler.

Nach einem Training am Mittwoch tritt der ASV-Kader dann die rund einstündige Anreise zum Testspiel nach Hannover-Burgdorf an, dort geht es um 19:30 Uhr gegen den Ligakonkurrenten TSV Hannover-Burgdorf.

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Traumjob gefunden

Als leidenschaftlicher Handballer hat Niklas Domanski beim ASV Hamm-Westfalen „den Traumjob gefunden“, wie er selbst ohne zu Zögern zugibt. Allerdings ist der 26-Jährige dabei nicht mit dem gewohnten Spielgerät unterwegs, sondern er ist gemeinsam mit Leon Drevermann im Auftrag des PhysioPoint Hamm e. V. für die physiotherapeutische Betreuung der Erstligahandballer verantwortlich.

„Ich spiele selbst seit über 20 Jahren Handball, aktuell in der Oberliga beim HC TuRa Bergkamen – soweit es Gesundheit und Zeit zulassen“, erläutert der Sportwissenschaftler, warum ihm der Handballsport besonders am Herzen liegt. „Für mich kam aufgrund von frühen Verletzungen nie der Gedanke auf, dass ich es selbst mal in den professionellen Sport schaffen könnte“, so Domanski weiter. Aber aufgrund von zwei Kreuzbandrissen im jungen Alter von 16 und 18 Jahren hat er sich zwangsläufig viel mit seinem Körper, den Verletzungen und entsprechender Reha-Arbeit auseinandersetzen müssen. „Das hat bestimmt für meine Berufswahl eine Rolle gespielt. Ich wollte immer etwas im Sport machen. Physiotherapie fand ich interessant, dann hat sich das so ergeben. Jetzt diese Arbeit in der Bundesliga machen zu dürfen, das ist schon nicht alltäglich“, weiß der 26-Jährige sein Arbeitsfeld zu schätzen.

Die Hauptaufgaben der beiden Physiotherapeuten liegen in den Bereichen der Trainingsvorbereitung der Spieler inklusive entsprechender Tapeverbände. Ebenfalls zählt die Reha-Unterstützung dazu oder klein individuelle Einheiten mit angeschlagenen oder verletzten Akteuren. „Wir sind uns aber auch nicht zu schade, mal die Kiste Wasser oder das Handtuch zu holen. Das gehört in so einem Team für alle dazu. Gerade das macht die Arbeit auch besonders.“

Nicht nur reichlich Praxiserfahrung vornehmlich aus Fußball und Handball bringt der junge Physiotherapeut bereits mit, auch theoretisch ist Niklas Domanski sehr gut für seine Arbeit aufgestellt. So erwarb er bereits einen Bachelor Physiotherapie an der Hochschule für Gesundheit in Bochum und absolviert gerade seinen Master in Sportphysiotherapie an der Sporthochschule in Köln. Er investiert weiterhin noch viel seiner Freizeit für Fortbildungen. „Da ist er enorm engagiert“, bestätigte auch Dominic Zisgen, Leiter des PhysioPoint, das außerordentliche Engagement.

So ist Niklas Domanski auch an innovativen Lösungen interessiert, wie etwa an einer aktuellen Studie, an der einige ASV-Spieler teilnehmen. „Es geht dabei um eine neuartige Sprunggelenks-Orthese, die ähnlich wie ein Autogurt funktioniert. Wenn plötzlich Zug darauf kommt, zieht sie an. Bei langsamen Bewegungen bleibt sie locker“, so der Sportwissenschaftler. „Die Studie läuft noch über einen längeren Zeitraum. Aber die ersten Eindrücke sind gut. Und es hilft schon einmal, ein paar Tape-Rolle pro Training zu sparen“, lacht der 26-Jährige. Wie viele Meter Tape in dem fünftägigen Trainingslager abgerollt werden? Die Antwort fällt nicht leicht: „Das sind schon eine ganze Menge. Pro Training sind das ein paar Sprunggelenke, pro Tape sind das schnell drei Viertel einer Zehn-Meter-Rolle. Bei neun Trainingseinheiten und einem Testspiel wird das garantiert mehr als eine Stadionrunde.“

Tag 1 in Halberstadt

Die erste Aufgabe der neuen Trainingswoche haben die Erstligahandballer des ASV Hamm-Westfalen erfolgreich gelöst: Ja, es passt alles in die vier Kleinbusse, mit denen es am späten Vormittag ins Trainingslager gehen sollte. Bevor die Profis am Montag allerdings samt Trainingsausrüstung und Therapeutenliege Richtung Halberstadt aufbrachen, starteten sie am Morgen bereits um 7:30 Uhr mit einem Krafttraining im Aktivita in die Trainingswoche. Innerhalb von fünf Tagen stehen dann neun weitere Trainingseinheiten auf dem Programm und ein Testspiel gegen den Ligakonkurrenten TSV Hannover-Burgdorf.

„Der Zeitpunkt dieses Trainingslagers ist bewusst so gewählt. In dieser Woche wird der Schwerpunkt unserer Arbeit im Angriffsspiel liegen“, erklärte ASV-Trainer Michael Lerscht bei der ersten Mannschaftsbesprechung im Teamhotel in Halberstadt. Bisher lag das Hauptaugenmerk auf der Abwehrarbeit, wo Lerscht zuletzt am Samstag im Test gegen den Bergischen HC schon deutliche Fortschritte ausgemacht hatte. „In der Positionsabwehr haben wir da schon auf einem ordentlichen Niveau gespielt“, so der Coach. Ähnliches wollen sich die Westfalen mit ihren Neuzugängen nun auch für die Offensive erarbeiten. Dass es gegen den BHC dabei noch zu viele individuelle Fehler gegeben habe, sei nachvollziehbar, habe man in diesem Bereich bisher noch wenig bis gar nicht gearbeitet.

Nach der rund dreieinhalbstündigen Anreise nach Sachsen-Anhalt gab es somit auch keinen lockeren Aufgalopp, sondern nach einer intensiven Erwärmung gleich auch ein konzentriertes Training zu absolvieren, in dem es sich vornehmlich um Laufwege, Rückzugs- und Gegenstoßverhalten drehte. Lerscht: „Man merkt allen die große Bereitschaft an, sich hier richtig reinzuwerfen. Das war ein guter Auftakt in das Trainingslager.“

Mit den vorgefundenen Bedingungen in Halberstadt zeigten sich die Westfalen sehr zufrieden. „Wir haben hier sehr gute Trainingsmöglichkeiten und alles komprimiert vor Ort. Wir können uns so auf das für uns Wesentliche konzentrieren“, betonte Lerscht. Wie weit diese Arbeit bereits gediehen ist, davon will man sich dann am Mittwoch im Duell mit einem weiteren Ligakonkurrenten einen Eindruck verschaffen. Wieder gilt hierbei wohl die Devise: Die Anzeigetafel existiert nicht. Denn weniger ergebnis- als vielmehr aufgabenorientiert dürften wieder die Vorgaben von Trainer Michael Lerscht für das Spiel am Mittwochabend (Anwurf 19:30 Uhr) lauten.

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Auf Augenhöhe agiert

Nach den beiden Testspielsiegen gegen Spenge und Krefeld hat der ASV Hamm-Westfalen auch am Samstagabend einen guten Eindruck hinterlassen. Beim Ligakonkurrenten Bergischer HC agierte der Aufsteiger auf Augenhöhe und unterlag am Ende nur hauchdünn mit 30:31 (14:14).

Von Beginn an verlief die vom Vohwinkeler STV ausgerichtete Partie in der rund 300 Zuschauer fassenden Halle am Nocken sehr ausgeglichen. Beide Trainer richteten in der bisherigen Vorbereitungsphase das Hauptaugenmerk auf ihre Deckungsarbeit – entsprechend viel lief offensiv noch über individuelle Lösungen. Der ASV stand dabei dem Vorjahreselften der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga in nichts nach und führte in der 19. Minute sogar mit 10:8. „Richtig gute Phasen“ bescheinigte auch ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers, der das Spiel in Wuppertal verfolgte, der Mannschaft von Trainer Michael Lerscht. In die Pause gingen die Teams mit 14:14.

„In die zweite Halbzeit sind wir dann besser gestartet, wir haben sogar mit drei Toren geführt“, freute sich Lammers über den weiteren Spielverlauf und die Leistung seiner Mannschaft, die am Montag in ihr fünftägiges Trainingslager nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt aufbricht. Lerscht probierte genau wie BHC-Coach Jamal Naji viel aus. Während Naji vorsichtshalber auf Nationalspieler Djibril M’Bengue wegen Rückenproblemen verzichtete, schonte Lerscht beim ASV Neuzugang Andreas Bornemann und verteilte ansonsten die Spielzeit wieder über alle Akteure. „In diesen intensiven Wochen ist die Belastungssteuerung von großer Bedeutung“, erklärte der Trainer später.

So blieben für Jan von Boenigk im rechten Rückraum viele Spielanteile, die dieser sehr gut nutzte. Auch Kreisläufer Benny Meschke zeigte eine gute Offensivleistung, blieb bei seinen sechs Würfen ohne Fehlversuch. Zur insgesamt guten Abwehrarbeit gesellten sich zwei vorzeigbare Torwartleistungen – in den jeweils 30 Minuten Spielzeit wehrten Vladimir Bozic und Felix Hertlein etliche freie Würfe ab.

Nachdem in der Schlussphase der BHC die Partie drehte und mit vier Treffern in Führung lag, konterte der ASV noch einmal. Hertlein wehrte in der Schlussminute zwei freie Wurfversuche ab, so kamen die Gäste noch einmal auf 30:31 heran. Vier Sekunden vor dem Ende bot sich Savvas Savvas sogar die Chance auf den Ausgleich, sein Wurf aus rund zehn Metern fand aber nicht mehr den Weg in das BHC-Gehäuse. So gingen die Löwen in einem sehr unterhaltsamen Vorbereitungsspiel doch als Sieger vom Feld.

40:29-Testspielsieg in Krefeld

Auch im zweiten Test der Vorbereitung hat sich der ASV Hamm-Westfalen deutlich durchgesetzt. Beim Drittligisten HSG Krefeld Niederrhein, seit kurzem trainiert vom ehemaligen ASVer Mark Schmetz, gewann der Erstligist mit 40:29 (20:10).

Das Ergebnis stand dabei aber nicht im Fokus für Michael Lerscht, der Trainer hatte in dieser Woche weiter vornehmlich in der Deckung arbeiten lassen. „Das war noch unser Hauptthema“, hatte der ASV-Coach vor der Partie erklärt. „Wir sind noch dabei, unser handballerisches Haus zu bauen – und da spielt die Defensive eine zentrale Rolle.“ Entsprechend sollte weder in Krefeld noch am Samstag beim Test in Wuppertal, wenn es gegen den Ligakonkurrenten Bergischer HC geht, die „Anzeigetafel eine Rolle spielen“, so Lerscht, der wie bei der Testspielpremiere in Waltrop gegen Spenge sein Personal wieder fleißig rotieren ließ.

Am Ende einer erfrischend offensiven Trainingspartie stimmte dann aber sogar beides: Abwehr und Angriff. Sowohl im Abwehrverbund sah Lerscht eine Entwicklung seiner Mannschaft als auch – angesichts der 40 erzielten Tore – eine gute Torausbeute. So durfte man bei den Westfalen nach einem Tag mit morgendlicher Trainingseinheit und Testspiel zufrieden die Rückreise antreten. Lerscht: „Für uns geht es darum, das Trainierte auf die Platte zu bekommen – das hat heute wieder in vielen Phasen gut funktioniert.“ Die teils noch fehlende Abstimmung im Angriff führte dann insbesondere im zweiten Abschnitt zu einigen Ballverlusten, die die Gastgeber dann für ein verbessertes Ergebnis nutzten. „Das ist in dieser Phase der Vorbereitung völlig normal.“

Am Donnerstag starten die Handballer des ASV mit einer Athletikeinheit, am Nachmittag folgt ein Mannschaftstraining, ähnlich sieht das Programm am Freitag aus. Samstag folgt dann der nächste Testspieleinsatz beim Bergischen HC – nach den beiden Testspielen gegen die Drittligisten Spenge und Krefeld erwartet die Westfalen dann ein anderes sportliches Kaliber. „Auch da werden wir wieder bestmöglich das umsetzen, was wir trainiert haben, und weniger auf die Anzeigetafel schauen“, ist die Marschroute für den Trainer klar.